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„Nach Hause telefonieren“ : Nokia baut Mobilfunknetz – auf dem Mond

Bild: Reuters

Der finnische Mobilfunkausrüster soll im Auftrag der Nasa den Mond vernetzen. Schon in zwei Jahren soll es so weit sein. Das schnellste Netz soll es aber nicht werden.

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          Der Mond ist bislang ein einziges Mobilfunkloch. Aber das soll nicht mehr lange so bleiben. Unser kratergespickter Nachbar im All bekommt demnächst irdische Technologie aufgepflanzt. Nicht die allerneueste Hightech-Version zwar, aber immerhin eine erprobte. Der finnische Netzbetreiber Nokia ist nach eigenen Angaben von der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa ausgewählt worden, das allererste LTE-Funknetz auf dem Erdtrabanten zu bauen. Nicht die gesamte Oberfläche dürfte dabei Empfang haben. Es geht Nokia zufolge in erster Linie darum, den Weg zu ebnen für eine „nachhaltige“ Anwesenheit des Menschen auf dem Mond. Das ist unter anderem ein Ziel des Artemis-Projekts der Nasa. Dieses von der Weltraumorganisation und der Trump-Regierung vorangetriebene Raumfahrtprogramm sieht vor, bis 2028 eine dauerhafte amerikanische Präsenz auf dem Mond zu schaffen. Eine solche Siedlung soll jederzeit Besuche dort möglich machen. Und Kommunikation sei dabei eine entscheidende Komponente, betont Nokia. 

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für den Transport arbeiten die Skandinavier mit dem texanischen Spezialisten Intuitive Machines zusammen, der ein Mondlandegerät entwickelt hat. Das Funknetzwerk werde darin integriert und auf die Oberfläche gebracht. Dort baue es sich selbst auf und etabliere das erste LTE-Kommunikationssystem auf dem Mond. Als Termin wird das Jahresende 2022 genannt. 2024 wollen die Amerikaner erstmals seit dem Apollo-Programm wieder Menschen auf den Mond schicken. LTE alias 4G ist der Vorgänger des moderneren Funkstandards 5G, der derzeit auf der ganzen Welt aufgebaut wird. LTE sei ideal geeignet für alle Funkaktivitäten rund 380000 Kilometer von der Erde entfernt, betont man bei Nokia. Die Astronauten sollen auf dem Mond nicht nur telefonieren können, sondern auch Videoaufnahmen und größere Datenmengen austauschen. Als Anwendungsbeispiele werden die Fernsteuerung von Mondfahrzeugen und Echtzeitnavigation angeführt. Die äußerst kompakte Produktlösung sei speziell dafür entwickelt, unter extremen Weltraumbedingungen zu funktionieren. 

          Dass solche hochfliegenden Pläne nicht immer Realität werden, zeigt das Beispiel Vodafones. Das Mobilfunkunternehmen hatte 2018 stolz angekündigt, dass der Erdtrabant nun mit dessen Hilfe ein LTE-Netz bekomme – „50 Jahre nachdem die ersten Nasa-Astronauten den Mond betreten haben“. Aus der „Mission to the Moon“ des deutschen Start-ups PT-Scientists wurde jedoch nichts – und so wartet der Mond noch immer auf sein erstes Mobilfunknetz und die Beseitigung der reichlich vorhandenen Funklöcher. 

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