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Gaming : Nintendo mit Rekordüberschuss

Da muss nichts mehr poliert werden: Die Nintendo Switch erfreut sich auch so großer Beliebtheit. Bild: AP

Die Pandemie treibt die Nachfrage nach Spielkonsolen. Davon profitiert besonders Nintendo, das seine Konsole ausliefern kann im Gegensatz zur Konkurrenz.

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          Getrieben von der Spielleidenschaft und Langeweile der in der Corona-Pandemie ans Haus gefesselten Menschen, hat Nintendo die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr nun schon das zweite Mal angehoben. Nintendo, neben Sony und Microsoft einer der drei großen Hersteller von Spielkonsolen, erwartet einen Rekordüberschuss von 400 Milliarden Yen (3,2 Milliarden Euro) oder 55 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Damit läge der Spielespezialist deutlich über der bisherigen Bestmarke aus dem im März 2009 endenden Geschäftsjahr von 279 Milliarden Yen.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Der Erfolg des Unternehmens stützt sich auf die Spielkonsole Switch, mit deren Produktion Nintendo im vergangenen Jahr teils nur mit Mühe nachkam. Für das im März endende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit 26,5 Millionen verkauften Switch-Konsolen. Manche Analysten in Japan halten selbst das noch für zu gering. Insgesamt hat das Unternehmen von der Konsole Stand September 79,9 Millionen Stück verkauft. Nintendo habe derzeit trotz Knappheit in der Elektronikindustrie genügend Bauteile, sagte Präsident Shuntaro Furukawa mit Verweis auf den Mangel an Halbleitern, der vor allem Autohersteller quält. Zu einem Verkaufsschlager in der Pandemie wurde auch ein neuer Teil des Spiels „Animal Crossing“, in dem Spieler auf einer einsamen Insel sich eine neue Welt aufbauen und mit Spielfiguren und anderen Spielern interagieren. Das Spiel wurde im vergangenen März eingeführt und hat sich global schon mehr 31 Millionen Mal verkauft.

          Schon in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres setzte Nintendo einen Rekord. Das in Kyoto ansässige Unternehmen erwirtschaftete einen Überschuss von 377 Milliarden Yen. Damit brach Nintendo die Bestmarke aus dem Jahr 2007. Der Umsatz stieg um 37 Prozent auf 1,4 Billionen Yen.

          Nintendo gereichte im Weihnachtsgeschäft zum Vorteil, dass Sony und Microsoft mit ihren neuen Spielkonsolen Lieferengpässe hatten. Zugleich verlängert der Verkaufsschub in der Pandemie den Produktzyklus der 2017 eingeführten Konsole Switch. Furukawa kündigte an, das Unternehmen plane auf absehbare Zeit auch kein neues Switch-Modell. Die Pandemie bringt aber auch für Nintendo Nachteile. Die für das vergangene Jahr in Japan zusammen mit Universal Studios geplante Eröffnung eines Vergnügungsparks rund um die Nintendo-Figur Mario wurde im Januar wegen der Pandemie abermals verschoben.

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