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Tech-Konferenz DLD : Ein Neues Europäisches Bauhaus

  • -Aktualisiert am

Bauen und wohnen wir künftig anders? Bild: Getty

Wir wollen lebenswerten und bezahlbaren Wohnraum schaffen für immer mehr Menschen – und zugleich Klima und Umwelt schützen. Ein Gastbeitrag.

          6 Min.

          Wie wichtig das Zusammenspiel von Politik und Kultur, Kreativität und Technologie, Wirtschaft und Kunst ist, hat schon einer der Gründungsväter unserer Europäischen Union gewusst. Im Jahr 1954 schrieb der damalige französische Außenminister Robert Schuman: „Europa. Sicher, es ist essentiell, am wirtschaftlichen Wiederaufbau zu arbeiten, militärische Sicherheit zu garantieren und es politisch zu organisieren, damit wir abermalige blutige Konflikte verhindern. Aber was würden all unsere Anstrengungen wert sein, wenn wir nicht gleichzeitig in der Lage sind, eine solide und tiefe Basis in den kulturellen Beziehungen zwischen den europäischen Ländern zu schaffen? Hier formt sich der europäische Geist, und der Geist wird alles andere formen.“

          Schöner kann ich es nicht sagen. Schuman wusste, wie wichtig es ist, Wachstum und harte Wirtschaftsfaktoren mit Kultur und Emotion zu verbinden. Und genau das wollen wir mit unserem Projekt, dem Neuen Europäischen Bauhaus, erreichen.

          Einmal mehr stehen wir vor grundlegenden Fragen unserer Zeit. Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie sind heute kaum abzuschätzen. Aber schon jetzt hat sie unsere Sicht auf viele Dinge des alltäglichen Lebens verändert. Dazu gehören in jedem Fall auch die Fragen nach gutem Wohnen, besserem Zusammenleben und der Stadt oder des Dorfes der Zukunft. Diese Pandemie ist auch eine Chance umzudenken, wie wir künftig zusammenleben und mit der Natur umgehen wollen.

          Neue Gesetzesvorschläge im Sommer

          Schon vor der Pandemie trieb die Sorge um unsere Umwelt und den Klimawandel viele Menschen um. Den meisten ist klar, dass wir die Grenzen unseres Planeten besser respektieren müssen. Und dass auch wir unsere persönliche Lebensweise überdenken müssen. Aus diesem Grund hat die Europäische Union dem Europäischen Green Deal Priorität eingeräumt. Europa soll bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden. Um das zu erreichen, müssen wir schon jetzt ehrgeiziger werden.

          Deshalb haben wir vorgeschlagen, die Klimaziele schon für 2030 erheblich zu verschärfen – von 40 auf 55 Prozent. Und in diesem Sommer legen wir eine ganze Reihe an Gesetzesvorschlägen auf den Tisch, um die Versprechen einzuhalten.

          Wir haben gute Voraussetzungen, um das zu schaffen: Unsere europäische Wirtschaft ist schon jetzt Weltmarktführer in zahlreichen nachhaltigen Technologien, mit weiteren Investitionen in Innovation und Forschung werden wir das in den kommenden Jahren stärken. Und mit den massiven Aufbauhilfen haben wir erstmals auch die Mittel, um vehement in den grünen Wandel zu investieren. Der Europäische Green Deal öffnet einen breiten Fächer an Möglichkeiten. Er ist unsere neue Wachstumsstrategie.

          Deshalb ist gerade jetzt die richtige Zeit für eine neue europäische Bauhaus-Bewegung, die sich diesen Herausforderungen stellt und hilft, kluge und attraktive Antworten zu entwickeln. Das Neue Europäische Bauhaus soll eine Brücke sein. Eine Brücke zwischen der Welt der Wissenschaft und Technologie und der Welt der Kunst und Kultur.

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