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Neuer Service in Hamburg : Die Bahn macht jetzt auf Uber

Per App können in Hamburg jetzt Bahn-Rufbusse geordert werden. Das Angebot ist ähnlich wie das in Wittich in Rheinland-Pfalz, das seit Mai läuft. Bild: dpa

Traditionelle Verkehrsunternehmen laufen den neuen Playern immer nur hinterher? Nun läuft es mal umgekehrt: Die Bahn greift in Hamburg auf der Straße Taxidienste an. Das Angebot zeigt einen größeren Trend.

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          Die Deutsche Bahn macht Taxis und Uber Konkurrenz. In den schlecht angebundenen Hamburger Stadtteilen Osdorf und Lurup können Bewohner per App nun einen Sammel-Shuttle zu Bushaltestellen und S-Bahn-Stationen buchen. Das illustriert, dass sich die Bahn immer weniger als Zugunternehmen und immer mehr als Mobilitätsdienstleister sieht. In Wittlich in Rheinland-Pfalz gibt es seit Mai einen ähnlichen Service von der Bahn.

          Gustav Theile
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das Angebot wird am heutigen Mittwoch von den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein und dem Bahn-Tochterunternehmen Ioki vorgestellt. Ioki wurde vergangenes Jahr gegründet und hat zunächst Bahnangestellten in Frankfurt Taxi-ähnliche Dienste angeboten. Ähnlich wie bei den amerikanischen Unternehmen Uber und Lyft konnten die Angestellten mit der App Fahrten buchen. Buchten Kollegen einen ähnlichen Fahrtweg, wurden sie automatisch zu der Fahrt dazu gebucht. Das reduziere die Anzahl von Autofahrten, spare Sprit und schone die Umwelt, hieß es.

          Trend hin zu Mobilitätsdienstleistern

          Uber und Lyft hatten in den vergangenen Wochen weitere Schritte im „Bikesharing“ genannten Fahrrad-Verleihgeschäft angekündigt. In einigen amerikanischen Städten, unter anderem in Washington und San Francisco, können elektrisch betriebene Fahrräder nun auch mit der Uber-App gebucht werden. Lyft hat kürzlich das Bikesharing-Unternehmen Motivate gekauft und den Dienst Lyft Bikes eingeführt.

          Der autonom fahrende Bus des Bahn-Tochterunternehmens Ioki kommt in Berlin-Schöneberg zum Einsatz.
          Der autonom fahrende Bus des Bahn-Tochterunternehmens Ioki kommt in Berlin-Schöneberg zum Einsatz. : Bild: dpa

          Die Bahn, Uber und Lyft folgen damit einem Trend, dass Unternehmen zu Mobilitätsdienstleistern werden, statt sich auf ein Transportmittel zu konzentrieren. So bietet auch das Busunternehmen Flixbus inzwischen Bahnfahrten an. Die intensiver werdende Konkurrenz durch Fernbusse und Billigflüge zwingt die Bahn, ihr Mobilitätsangebot auszubauen. Sie testet in Berlin-Schöneberg seit April einen autonom fahrenden Minibus. Kürzlich hat das Unternehmen auch eine dritte, besonders günstige Preiskategorie neben den bisherigen Sparpreisen und den „Flexpreis“ genannten Normalpreisen angekündigt.

          In Hamburg erhält die Bahn bald Konkurrenz vom VW-Tochterunternehmen Moia. Ähnlich wie die Bahn wird das Unternehmen einen Sammel-Fahrdienst anbieten, der per App gebucht wird. Auch Uber hatte vor einigen Jahren versucht, in Deutschland Fuß zu fassen, war damit aber gescheitert. Uber-Fahrten von Privatleuten sind in Deutschland gar nicht buchbar. Taxis und Mietwagen mit Chauffeur können über Uber nur in Berlin und München geordert werden.

          In Hamburg sollen Elektroautos im Stil der Londoner Taxis eingesetzt werden. Dabei dürfte es sich um die Fahrzeuge des Unternehmens London EV Company (LEVC) handeln, das der Hersteller der berühmten Londoner Taxis ist und dem chinesischen Autokonzern Geely gehört. LEVC hatte kürzlich angekündigt, seine Taxis auch in Deutschland vertreiben zu wollen.

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