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Zwischen Beauty und sexy Fotos : Onlyfans will 2020 zwei Milliarden Dollar Umsatz machen

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Stars wie sie haben Onlyfans auch in die breite Öffentlichkeit gebracht: Sängerin und Rapperin Cardi B Bild: dpa

Mit bis zu 500.000 neuen Nutzern pro Tag stößt die Plattform Onlyfans auf den Olymp der sozialen Netzwerke dazu. Das Erfolgsrezept: Die Nähe zu den Idolen, sagt Gründer Tim Stokely.

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          Neben Facebook, Instagram und inzwischen auch Tiktok bleibt nur wenig Raum für neue soziale Netzwerke. Onlyfans hat sich trotzdem einen Namen gemacht – nicht zuletzt aufgrund seiner finanziell aussichtsreichen Grundidee: Für wenig Geld können Nutzer sich exklusive Inhalte wie Fotos und Videos von den Influencern anschauen und damit Teil ihrer „einzigen Fans“ werden. Oftmals anzüglich, immer exklusiv für jene, die anders als auf Instagram und Co. für solche Inhalte zahlen.

          Nun verkündet die Plattform, die bereits 2016 gegründet wurde, dass sich inzwischen täglich 500.000 neue Nutzer anmelden. Das macht sich auch bei den sogenannten Creatorn bemerkbar – also jene, die die exklusiven Inhalte für ihre Fans auf der Seite zur Verfügung stellen. 200 Millionen Dollar zahlt das Unternehmen ihnen laut Angaben von Gründer und Chef Tim Stokely monatlich aus. Insgesamt rechnet das Unternehmen für 2020 mit einem Umsatz von zwei Milliarden Dollar.

          Inzwischen zählt die Plattform 85 Millionen Nutzer und eine Million Creators. Gegenüber den 24 Millionen Nutzern, die Onlyfans laut dem „Spiegel“ noch im März hatte, ist das ein beachtliches Wachstum. Stokely erklärt das unter anderem mit dem persönlichen Kontakt auf der Plattform: „Onlyfans revolutioniert die Beziehung zwischen Creatorn und Fans“, sagte er der Nachrichtenagentur Bloomberg. Dabei gehe es vielen Nutzern vor allem um die Intimität und die Nähe zu den Creatorn, die zu Mode, Fitness, Make-up posten oder anzügliche Fotos und Videos von sich zeigen.

          Viele Frauen loben die Plattform dafür, dass sie als Creatorinnen selbst die Kontrolle über ihre Inhalte haben – denn die Preise, die Menge und Art der Fotos und Videos, legen sie individuell fest. Gerade pikante Inhalte, die auf Instagram und Facebook schnell gesperrt und vor allem nicht monetarisiert werden können, sind auf Onlyfans entsprechend beliebt. Von den Einnahmen behalten sie laut Unternehmensangaben 80 Prozent, 20 Prozent gehen an die Firma.

          Das Potential von Onlyfans haben aber nicht nur Frauen entdeckt, die mit sexy Bildern oder Videos ihr Geld verdienen. Auch Stars wie Schauspielerin Bella Thorne nutzen das Bezahlmodell inzwischen als Creatorinnen, indem sie exklusives Material für ihre Fans produzieren – und bringen es so auch der breiten Öffentlichkeit näher. Rapperin Cardi B veröffentlicht Zusatzmaterial ihrer Shootings oder Making-ofs der Musikvideos auf der Plattform, Sängerin Beyoncé rappte gemeinsam mit Megan Thee Stallion in „Savage Remix“ über das Netzwerk. Seitdem könne man das Wachstum des Unternehmens erst recht sehen, sagt auch Chef Stokely.

          Als nächstes will das Unternehmen, das seinen Sitz in London hat, nach Lateinamerika und Asien expandieren. Außerdem plant Stokely Bloomberg zufolge, einen eigenen Streaming-Kanal anzubieten – etwa für kleine Serien oder Interviews mit den bekannten Gesichtern der Plattform.

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