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Neue Kooperation : Microsoft soll Netflix bei Billig-Abo helfen

Die Netflix-Niederlassung in Hollywood Bild: Reuters

Der Streaming-Anbieter will nach einer Abschwächung seines Geschäfts ein billigeres Abonnement mit Werbung einführen. Dafür verbindet sich der amerikanische Konzern mit einem anderen Digitalriesen.

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          Netflix hatte im April bei der Vorlage enttäuschender Geschäftszahlen mit der Ankündigung überrascht, künftig ein billigeres Abonnement mit Werbung anbieten zu wollen. Jetzt hat das Unternehmen dafür einen unerwarteten Partner gefunden: Einer Mitteilung zufolge soll der Softwarekonzern Microsoft beim Aufbau der werbefinanzierten Netflix-Variante helfen. Das soll sowohl für die technische Seite als auch für den Anzeigenverkauf gelten. Es soll eine exklusive Allianz sein, alle Anzeigen auf Netflix sollen künftig über Microsofts Plattform laufen.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Microsoft hat einige Werbeaktivitäten unter seinem Dach, ist in dem Geschäft aber nicht annähernd so groß wie etwa Google, Meta oder auch Amazon. Das Unternehmen erzielt zum einen Werbeeinnahmen über seine Suchmaschine Bing, was im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 8,5 Milliarden Dollar brachte, rund 5 Prozent des Konzernumsatzes. Zum anderen verkauft Microsoft auch Anzeigen auf seiner Karriereplattform Linkedin. Die Marktforschungsgruppe Insider Intelligence bezifferte Microsofts Anteil am Markt für Onlinewerbung in den USA indes zuletzt auf weniger als 4 Prozent.

          Microsoft versucht aber, das Geschäft auszubauen, und hat vor wenigen Monaten die vorher zum Telekommunikationskonzern AT&T gehörende Werbeplattform Xandr gekauft, die nun auch beim Aufbau des neuen Netflix-Abonnements helfen könnte. In den vergangenen Wochen waren eigentlich andere Unternehmen als Partner für Netflix im Gespräch, etwa Google oder der Medienkonzern Comcast. Im Gegensatz zu diesen hat Microsoft aber keine mit Netflix konkurrierenden Videoangebote, was bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben könnte.

          NETFLIX INC. DL-,001

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          Netflix hat in den ersten drei Monaten des Jahres zum ersten Mal seit langer Zeit Abonnenten verloren. Für das zweite Quartal hat das Unternehmen sogar einen noch deutlicheren Rückgang vorhergesagt. Für diese Abschwächung hat es seinen Rückzug aus Russland und allgemeine makroökonomische Faktoren wie eine steigende Inflation verantwortlich gemacht, aber auch verstärkte Konkurrenz.

          Mit den schlechten Zahlen war die Ankündigung eines billigeren Abonnements mit Werbung verbunden, was für Netflix eine bemerkenswerte Kehrtwende ist. Der Konzern hatte sich immer gerühmt, seinem Publikum im Gegensatz zu traditionellen Fernsehsendern keine Werbeunterbrechungen zuzumuten. Details zum werbefinanzierten Netflix-Abonnement wie ein Preis sind noch nicht bekannt. Der Kurs der Netflix-Aktie, die früher ein Börsenliebling war, ist seit Jahresanfang um rund 70 Prozent gefallen. Das Unternehmen hat zudem in den vergangenen Monaten einige Hundert Mitarbeiter entlassen.

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