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„Biohackers“ : Netflix lässt neue Serie in DNA speichern

  • Aktualisiert am

Künftiger Datenspeicher DNA Bild: Reuters

In „Biohackers“ geht es darum, was in der Gentechnik schon jetzt machbar ist und künftig möglich sein soll. Der Unterhaltungskonzern Netflix hat sich für das Marketing eine besondere Demonstration einfallen lassen.

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          Der Streaming-Dienst Netflix hat sich eine besondere technologische Demonstration ausgedacht, um seine neue Serie „Biohackers“ zu vermarkten. Durchaus passend zum grundsätzlichen Thema haben die Macher die erste Episode auf einem ungewöhnlichen Medium speichern lassen – auf DNA. Den Binärcode der Folge überführten Forscher an der ETH in Zürich in eine Kombination der DNA-Bauteile Adenin (A), Thymin (T), Guanin (G) und Cytosin (C).

          „Grundsätzlich ist DNA technisch gesehen einfach ein Datenspeicher“, erklärt Robert Grass, Professor am Functional Materials Laboratory der ETH, in einem dafür gedrehten Video. Und er kommentiert weiter: „In der Serie wird Technologie verwendet, um Biologie zu verändern. Wir gehen eigentlich genau den anderen Weg. Wir verwenden Biologie, um Technologie zu machen damit.“

          Seine Hoffnung in DNA als künftig relevantes Speichermedium ist dabei enorm. „In einen kleinen Würfen DNA passen theoretisch 200 Exabytes Daten“, sagt, das sind in etwas gängigere Maße umgerechnet ungefähr 200 Millionen Terabyte.

          „Auf dem Computer bekommen wir die Serie als Einsen und Nullen und unsere Aufgabe ist es, die Serie in DNA zu übersetzen“, erläutert Reinhard Heckel, der an der TU München forscht. Das Potential dieser Technologie schätzt auch er als gewaltig ein. Vor allem halte dieser Speicher deutlich länger als beispielsweise eine übliche Festplatte, nämlich mutmaßlich 1000 Jahre.

          Auch seien in den zurückliegenden Jahren wichtige Fortschritte erzielt worden darin, das so gespeicherte Material auch wieder abzuspielen. Das ist denn auch, zumindest gegenwärtig, ein Haken an der Sache. So freut sich Schauspielerin Luna Wedler, die in „Biohackers“ die junge Studentin Mia darstellt denn auch, als sie in dem Video mit einem Glasröhrchen in der Hand verkündet: „Hier, in dieser pinken Flüssigkeit, sind jetzt eine Millionen Kopien unserer ersten Biohackers-Serie.“ Einfach abspielen in der für die Netflix-Nutzer gewohnten Geschwindigkeit kann man die Episode in dieser Form aber bislang nicht.

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