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Vernetzung in der Cloud : Nach Amazon holt sich VW auch Siemens ins Boot

Eine Mitarbeiterin putzt das VW-Logo eines T6 von Volkswagen. Bild: dpa

Der Münchner Technologiekonzern soll helfen, Maschinen und Anlagen in den Fabriken des Autokonzerns effizienter miteinander in der Amazon-Cloud zu vernetzen.

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          Das Bündnis von VW und Amazon beim Aufbau einer gemeinsamen Cloud für die Vernetzung aller 122 Volkswagen-Fabriken bekommt Zuwachs. Dritter Großkonzern im Bunde ist Siemens. Der Münchner Technologiekonzern soll Volkswagen als neuer „Integrationspartner“ helfen, die Maschinen und Anlagen in den Fabriken der Konzernmarken effizient in der Cloud miteinander zu vernetzen, teilten die beiden Unternehmen am Freitag mit.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          „Wir werden unsere Volkswagen Industrial Cloud zu einem Partnernetzwerk formen, von dessen digitalen Funktionen alle teilnehmenden Unternehmen profitieren“, sagte Porsche-Vorstandschef Oliver Blume, der im Vorstand des Volkswagen-Konzerns für die Produktion verantwortlich ist. Ziel sei eine Steigerung der Produktivität durch die Analyse von Daten, die die Siemens-Industrieplattform „MindSphere“ leisten soll. Siemens und VW wollen gemeinsam zudem neue Funktionen für die „Industrial Cloud“ entwickeln, die auch anderen Partnern zur Verfügung stehen sollen, die der Wolfsburger Konzern in seine Datenwolke einbinden will.

          Siemens bringt unter anderem die Anwendungen und Apps seiner Plattform „MindSphere“ ein, um die Maschinen und Anlagen bei Volkswagen zu vernetzen. Dabei sollen Produktionsdaten direkt von den Endgeräten und Maschinen in den Fertigungsprozessen verarbeitet und analysiert werden, bevor sie in der Cloud zusammengefasst werden. „So lassen sich komplexe Fertigungsprozesse weiter optimieren und die Qualität und Güte der Daten, die in die Volkswagen Industrial Cloud übertragen werden, weiter verbessern“, hieß es in der Mitteilung. Mit der stärkeren Vernetzung und den Automatisierungsplattformen von Siemens könnten „Volkswagen, Zulieferer und Maschinenbauer das Potential von Produktionsdaten noch besser nutzen“, sagte Siemens-Vorstand Klaus Helmrich.

          Großer Nachholbedarf

          Erst am Mittwoch hatte VW bekanntgegeben, mit Hilfe der amerikanischen Tech-Plattform Amazon die Produktivität seiner Autofabriken schnell spürbar steigern zu wollen und dafür die neue Cloud zu schaffen. Schon bis Ende dieses Jahres will Volkswagen die Cloud Schritt für Schritt ausrollen. Ziel sei es, „erste konkrete Services und Funktionen Ende 2019 in Betrieb zu nehmen“, hieß es. Als erstes werden die Werke in Europa eingebunden. Vor allem die Kernmarke VW produziert derzeit deutlich weniger effektiv und profitabler als Wettbewerber.

          Volkswagen-Chef Herbert Diess drückt deswegen bei der Digitalisierung der Produktion schon lange aufs Tempo. VW habe großen Nachholbedarf, sagte er in diesem Monat bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2018 – „in der Verwaltung, in der Produktion und in der Entwicklung“. Diess will bis 2025 die Produktivität im gesamten Produktionsnetzwerk – außer China – um 30 Prozent steigern. VW müsse mit seinen Autos deutlich mehr Geld verdienen, um in die Zukunft der Elektromobilität und des autonomen Fahrens investieren zu können.

          Volkswagen strebt an, die gemeinsam mit Amazon und Siemens entwickelte Industrie-Plattform auch für andere Unternehmen zu öffnen. Langfristig geht es dem VW-Management darum, die weltweiten Lieferketten des Konzerns mit mehr als 30.000 Standorten und mehr als 1500 Zulieferern einzubinden.

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