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Nach langer Krise : Musikstreaming-Dienste machen 41 Prozent mehr Umsatz

Kommerziell erfolgreichster Künstler der Welt: Ed Sheeran Bild: AFP

Die Musikindustrie floriert wie seit Jahrzehnten nicht mehr – dank Spotify und Apple Music. Eine andere digitale Einnahmequelle schrumpft hingegen.

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          Die Erholung im internationalen Musikmarkt gewinnt immer mehr an Schwung: Im Jahr 2017 stiegen die globalen Umsätze mit Tonträgern um 8,1 Prozent auf 17,3 Milliarden Dollar (14,2 Milliarden Euro). Damit hat sich die Wachstumsrate gegenüber den beiden Vorjahren deutlich beschleunigt. Erstmals machte der digitale Vertrieb von Musik mehr als die Hälfte des gesamten Tonträgergeschäfts aus.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der Hauptgrund für die neue Blüte der lange Zeit kriselnden Musikbranche ist der Siegeszug von Streamingdiensten wie Spotify und Apple Music. Deren Umsätze stiegen nach Angaben des Branchenverbands Ifpi im vergangenen Jahr um 41,1 Prozent und sind mittlerweile die wichtigste Einnahmequelle der Musiklabels. Das Geschäft mit digitalen Downloads schrumpft dagegen weiter rapide. Die Erlöse in diesem Segment sanken um 20,5 Prozent. Auch die Umsätze mit physischen Tonträgern wie der CD verringerten sich um 5,4 Prozent.

          Die Musikindustrie war Ende der neunziger Jahre die erste traditionelle Medienbranche, die mit voller Wucht vom Strukturwandel durch die Digitalisierung ihres Geschäfts getroffen wurde. Rund anderthalb Jahrzehnte lang schrumpften die Erlöse der Musiklabels. Erst die Erfolge des Musikstreamings brachte die Wende. Der Marktführer Spotify ging diesen Monat in New York erfolgreich an die Börse und wird dort derzeit mit umgerechnet 23 Milliarden Euro bewertet. Allerdings ist der globale Tonträgermarkt trotz der Erholung noch immer um fast ein Drittel kleiner als vor der Jahrtausendwende.

          Im vergangenen Jahr war der Brite Ed Sheeran im Tonträgergeschäft der kommerziell erfolgreichste Musiker der Welt, gefolgt von Taylor Swift. „Die Musikindustrie ist auf einem guten Weg der Erholung, aber wir haben das Rennen noch lange nicht gewonnen“, sagte Frances Moore, die Vorstandschefin des Internationalen Musikverbands Ifpi in London. Sie beklagte, dass soziale Medien wie Youtube sehr viel Musik anböten, ohne angemessene Lizenzvereinbarungen mit den Inhabern der Urheberrechte wie Musiklabels und Verlagen zu haben. Die Branche fordert seit langem, die Gesetzgeber müssten gegen diesen Missbrauch vorgehen.

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