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Monopole aufbrechen : Begrenzt die Macht im Internet!

  • -Aktualisiert am

Google, Apple, Facebook, Amazon: Zusammen mit Microsoft sind sie die Konzerne, an denen im Internet niemand vorbeikommt. Bild: AFP

Amazon, Facebook und Co. sind wahnsinnig dominant und verdrängen die Konkurrenz. Wenn das so weitergeht, werden sie träge und teuer. Die Wettbewerbshüter müssen einschreiten – ein Gastbeitrag als Warnruf.

          9 Min.

          Apple, Google, Microsoft, Facebook, Amazon. Niemand, der das Internet nutzt, kommt ohne diese Konzerne aus. Zumindest so gut wie niemand. Natürlich gibt es Computer und Handys, die nicht von Apple sind und die auch kein Betriebssystem von Google installiert haben. Natürlich muss man Facebook nicht beitreten, und natürlich kann man statt bei Google immer noch bei Bing suchen. Und natürlich kann man Online-Bestellungen woanders tätigen als bei Amazon. Aber wer auf alle fünf Konzerne verzichtet, der verzichtet auf vieles, was das Internet so toll macht – und muss ein wahrer Internetasket sein.

          Wir wagen einmal die Prognose, dass jeder von Ihnen die Angebote von mindestens zwei dieser Konzerne nutzt. Viele von Ihnen werden bei allen fünfen Kunde sein. Man kann den „großen fünf“ also kaum entkommen. Auch dieses Buch wurde in Microsoft Word geschrieben, ist bei Amazon zu haben, wurde mithilfe von Google recherchiert, oft auch von unterwegs mit dem iPhone. Und die Zerstreuung für zwischendurch, die lieferte Facebook, ebenso wie viele interessante Hinweise auf Inhalte.

          Und diese Konzerne sind nicht nur die fünf größten in der Internetwelt. Sie sind sogar die größten der ganzen westlichen Welt – zumindest, wenn man den Börsenwert zugrunde legt. Vorne liegen also nicht mehr die Industrieunternehmen, die mit großen Maschinen Dinge herstellen. Auch nicht die Banken, die das Vermögen der Welt verwalten. Nein, inzwischen sind es die fünf Tech-Riesen von der amerikanischen Westküste, deren Produkte – zum Großteil – rein digital sind, also nur aus gespeicherten Einsen und Nullen bestehen.

          Börsenwert so hoch wie die Wirtschaftsleistung Deutschlands

          Insgesamt sind die fünf an der Börse zwischen drei und vier Billionen Dollar wert. Das ist der Betrag, den man auf den Tisch legen müsste, wenn man sämtliche Aktien der „großen fünf“ Internetkonzerne aufkaufen wollte. Die Summe ist damit in etwa so hoch wie die Wirtschaftsleistung Deutschlands. Alle gut 80 Millionen Menschen hierzulande müssten also ein ganzes Jahr arbeiten, nur um diese fünf Konzerne aufkaufen zu können.

          Wer in so kurzer Zeit so groß werden konnte und wer von den Anlegern dermaßen wertgeschätzt wird, der hat sich wahrscheinlich keinem allzu großen Konkurrenzkampf mehr zu stellen. Dafür spricht auch die beeindruckende Profitabilität: Abgesehen von Amazon, das immer noch lieber weiterwachsen als Gewinn machen will, haben vier der fünf Konzerne eine Gewinnmarge von einem Fünftel bis einem Viertel. Das heißt, jeder fünfte bis vierte umgesetzte Dollar bleibt als Überschuss.

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          Zum Vergleich: Bei Daimler war es zuletzt ungefähr jeder 15. umgesetzte Euro, der als Gewinn blieb, bei BASF jeder elfte. Auch das spricht für sehr wenig Wettbewerb in den entsprechenden Internetmärkten. Denn wer die Konkurrenz fürchten muss, der muss seine Preise klein halten und hat damit auch keine allzu große Gewinnmarge mehr.

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