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Datenschutz : „Microsoft ist zu riskant für die Schule“

Bald kein Word mehr für Schüler? Datenschützer haben große Bedenken. Bild: dpa

Datenschützer haben große Zweifel am Einsatz von Produkten des amerikanischen Techkonzerns in Schulen. Droht diesen nun das Aus?

          3 Min.

          Digitalisierung ist ein mühseliges Unterfangen, wenn man auf dem Laufenden bleiben will. Kaum hat man sich an eine Software gewöhnt, kommt der nächste Trend um die Ecke. Darauf können sich auch Schüler in Deutschland schon einmal einrichten. Mit dem Ende dieses verkorksten Schuljahres verabschieden sie sich auch vielerorts von der inzwischen bekannten und bewährten digitalen Umgebung. Das liegt nicht nur an der guten Nachricht, dass mit sinkenden Inzidenzzahlen die Kinder und Jugendlichen wieder in die Schulen strömen. Mit dem neuen Schuljahr wird wohl an etlichen Schulen auch das Softwareprogramm Microsoft 365 ausrangiert, das in den vergangenen Monaten des nicht enden wollenden Distanzunterrichts immerhin dafür gesorgt hat, dass den Schülern überhaupt so etwas wie Lerninhalte vermittelt werden konnten. Der Grund dafür ist schnell umrissen: datenschutzrechtliche Bedenken.

          Corinna Budras
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Wer wissen will, warum das so ist, kann sich mit dieser kurzen Begründung allerdings nicht zufriedengeben, denn an redlichen Bemühungen auf allen Seiten hat es nicht gemangelt. Dazu muss man nur nach Baden-Württemberg schauen. Dort lief Anfang des Jahres ein Pilotversuch an, der Hoffnung weckte: Das Kultusministerium, die Datenschützer und Microsoft wollten mit einer eigens konfigurierten Version der Bürosoftware sicherstellen, dass Kinder einen ähnlich reibungslosen Informationsaustausch betreiben können wie ihre Microsoft-Office-gestählten Eltern. Gleichzeitig sollte sich der amerikanische Verfassungsschutz nicht an den Matheaufgaben der 8b vergreifen können – so jedenfalls lästern stets die Kritiker unter Zuhilfenahme einer launigen Umdeutung des eigentlichen Problems. Zur Wahrheit gehört nämlich auch: Schulen und die zuständigen Behörden sind nach der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) dazu verpflichtet, die Daten von Minderjährigen in ihrer Obhut besonders zu schützen und eine Verarbeitung der Informationen außerhalb von Europa zu verhindern. Dies gilt umso mehr, nachdem auch der Europäische Gerichtshof im vergangenen Juli feststellte, dass den amerikanischen Sicherheitsbehörden der Datenschutz europäischer Bürger reichlich egal ist.

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