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Größte Übernahme : Microsoft kauft Activision für fast 70 Milliarden Dollar

Microsoft bietet 95 Dollar je Activision-Blizzard-Aktie. Bild: AP

Der Softwarekonzern wagt die mit Abstand größte Übernahme in seiner Geschichte – und zahlt 69 Milliarden Dollar für den Hersteller von Spielen wie „Call of Duty“.

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          Es ist eine Mega-Übernahme: Der Softwarekonzern Microsoft kündigte am Dienstag den Kauf des Videospieleherstellers Activision Blizzard an. Er will dafür fast 69 Milliarden Dollar in bar bezahlen. Das ist mit weitem Abstand die teuerste Akquisition in der Geschichte des Unternehmens. Der bisher größte Zukauf war das Karrierenetzwerk Linkedin, für das Microsoft im Jahr 2016 mehr als 26 Milliarden Dollar zahlte. Erst im vergangenen Jahr kündigte der Konzern die 16 Milliarden Dollar teure Übernahme von Nuance an, einem Spezialisten für Spracherkennungstechnologie.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Activision Blizzard ist einer der größten Videospielehersteller der Welt und für Titel wie „Call of Duty“ oder „World of Warcraft“ bekannt. Microsoft sagte am Dienstag, mit dem Zukauf werde das Unternehmen zur Nummer drei in der gesamten globalen Videospieleindustrie, hinter dem chinesischen Tencent-Konzern und Sony aus Japan.

          Im Videospielegeschäft ist Microsoft vor allem für seine Konsole Xbox bekannt, die mit der PlayStation von Sony konkurriert. Der Konzern entwickelt auch eigene Spiele, einer der populärsten Titel ist „Halo“. Er hat auch schon eine Reihe von Wettbewerbern zugekauft, um sein Angebot zu stärken. Vor knapp einem Jahr vollzog er die 7,5 Milliarden Dollar teure Akquisition von Bethesda Softworks, den Hersteller von Titeln wie „Doom“ und „The Elder Scrolls“. 2014 zahlte er 2,5 Milliarden Dollar für den Hersteller des beliebten Spiels „Minecraft“.

          Jenseits seiner Hardware und dem Verkauf einzelner Titel hat Microsoft in den vergangenen Jahren verstärkt darauf gesetzt, seine Spiele in einem mit Netflix vergleichbaren Abonnementdienst anzubieten. Wie es in der Mitteilung am Dienstag hieß, hat dieser „Game Pass“ mittlerweile mehr als 25 Millionen zahlende Kunden.

          Microsoft-Vorstandsvorsitzender Satya Nadella sagte am Dienstag: „Videospiele sind heute die dynamischste und aufregendste Unterhaltungskategorie über alle Plattfomen hinweg.“ Er fügte hinzu, Videospiele würden eine „Schlüsselrolle“ in der Entwicklung von Plattformen im sogenannten Metaversum haben. Damit stellte er die Übernahme in Zusammenhang mit einem der großen gegenwärtigen Trendbegriffe in der Technologiebranche. Unternehmen wie das kürzlich in Meta Platforms umbenannte soziale Netzwerk Facebook beschreiben das Metaversum als nächste Generation des Internets und sehen Videospiele als eine zentrale Anwendung. Auch Videospielehersteller wie Epic Games oder Roblox verfolgen Strategien rund ums Metaversum. Mit dem Begriff ist eine virtuelle Welt gemeint, in der die Nutzer gewissermaßen Teil des Internets werden.

          Mit der Übernahme von Activision Blizzard unterstreicht Microsoft, weiter in Endverbrauchermärkten mitmischen zu wollen. Unter Nadella hat der Konzern seinen Schwerpunkt in den vergangenen Jahren vor allem auf Unternehmenssoftware gelegt und ist vor allem im Geschäft mit Angeboten rund um „Cloud Computing“ rasant gewachsen. Jenseits seiner Zukäufe im Videospielemarkt war Microsoft zwischenzeitlich aber auch am Kauf der Smartphone-App TikTok interessiert.

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