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Für S-Klasse und EQS : Mercedes bringt automatisiertes Fahren auf den Markt

Das Lenkrad ist aber weiter unerlässlich. Bild: dpa

Ab dem 17. Mai können Kunden den „Drive Pilot“ als Sonderausstattung buchen. Zunächst gibt es das System nur für zwei Modelle. Das Unternehmen gibt auch den Preis bekannt.

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          Der Mercedes-Konzern bietet seinen Kunden künftig automatisiertes Fahren als Sonderausstattung an. Das teilte das Unternehmen in der Nacht zu Freitag in Stuttgart mit. Mercedes ist nach eigenen Angaben der „weltweit erste Automobilhersteller mit einer international gültigen Zertifizierung hochautomatisiertes Fahren“. Kunden können die Sonderausstattung „Drive Pilot“ ab dem 17. Mai buchen.

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          Mercedes nannte zudem erstmals einen Preis für das System: Es kostet 5000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer für die S-Klasse-Limousine. Für die elektrische S-Klasse EQS werden 7430 Euro fällig, weil diese das Fahrassistenzsysteme nicht serienmäßig beinhaltet. Teslas System für automatisiertes Fahren kostet hierzulande 7500 Euro, in den USA hat der Konzern den Preis kürzlich auf 12.000 Dollar oder 11.400 Euro erhöht.

          Level 5 kann noch niemand

          Das automatisierte oder autonome Fahren wird in 5 Stufen eingeteilt. Viele Autohersteller bieten heute schon Level-2-Systeme an: Das sind Fahrassistenzsysteme, bei denen Fahrer ihre Hände kurzzeitig vom Steuer nehmen können. Manche Assistenten werden als Level-2-Plus bezeichnet, weil sie weitere Funktionen beinhalten. Das Level-3-System, das Mercedes nun anbietet, erlaubt es Fahrern, sich auch über einen längeren Zeitraum mit anderen Dingen zu beschäftigen. „Sie können entspannen oder arbeiten und so wertvolle Zeit zurückgewinnen“, heißt es in der Mercedes-Mitteilung. Im Notfall muss der Fahrer aber wieder eingreifen können. Die höchste Stufe – Level 5 – macht den Fahrer dann völlig überflüssig. Solche Autos gibt es bislang nicht.

          Der Drive Pilot, wie Mercedes das System nennt, ist bis zu einer Geschwindigkeit von 60 Kilometern in der Stunde auf Autobahnen oder Autobahn-ähnlichen Straßen zugelassen. Das System kann also vor allem bei Stau oder stockendem Verkehr das Fahren übernehmen. Mercedes hatte die Zulassung Ende vergangenen Jahres vom Kraftfahrtbundesamt erhalten. Bis Ende des Jahres will Mercedes die Zulassung laut Vertriebsvorstand Britta Seeger auch in den USA erhalten.

          Automatisierte Fahrsysteme müssen hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen. Die Systeme sind redundant: Sie sind also immer doppelt vorhanden, falls eines ausfällt. Kommt es – was Mercedes als unwahrscheinlich bezeichnet – zu einer Störung des Systems, müsse der Fahrer innerhalb von 10 Sekunden eingreifen. Sonst leite Drive Pilot einen „sicheren Nothalt“ ein.

          Autohersteller und ihrer Zulieferer auf der ganzen Welt arbeiten an Systemen für das automatisierte Fahren. Sie hoffen auf einen riesigen Markt. Schätzungen gehen davon aus, dass auf der ganzen Welt in diesem Jahr knapp 66 Millionen Autos verkauft werden. Mit den Systemen zur Unterhaltung oder zum Arbeiten, die die Kunden nutzen, wenn sie nicht mehr selbst fahren, entsteht ein weiterer riesiger Markt.

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