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Namensänderung zu „Meta“ : Zuckerberg als Alleinherrscher

  • -Aktualisiert am

Zuckerberg bei seiner Präsentation „Connect“ Bild: EPA

Mark Zuckerberg benennt sein Unternehmen um und wählt das weniger belastete „Meta“ als neuen Namen. Damit kann er aber nicht von dem ungesunden Maß an Kontrolle ablenken, über das er verfügt.

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          Mark Zuckerberg geht zu sich selbst auf Distanz. Er kappt die Wurzeln des von ihm 2004 mitgegründeten und bis heute geführten Unternehmens und gibt ihm einen neuen Namen. Aus Facebook wird künftig Meta. Facebook wird nur noch ein Produkt unter vielen unter dem Meta-Dach sein, wenngleich noch immer ein sehr bedeutsames.

          Das spiegelt gewiss insofern die Realität wider, als Facebook das Geschäft des Internetgiganten nicht mehr in ähnlicher Weise definiert wie früher und viele andere Produkte wie Instagram oder WhatsApp neben sich hat. Sehr wohl definiert Facebooks namensgebender Dienst aber den Großteil der Kontroversen, die mit dem Unternehmen verbunden sind, so auch die gegenwärtige Whistleblower-Affäre. Die Enthüllungen der früheren Mitarbeiterin Frances Haugen schlagen hohe Wellen. Ihr Kernvorwurf heißt, Facebook wisse viel über die Risiken schädlicher Inhalte auf seinen Plattformen, tue aber aus Profitgier wenig dagegen.

          Facebooks Ruf ist ramponiert

          Facebooks Ruf war auch bislang schon reichlich ramponiert, dafür sorgten der Datenskandal um das britische Unternehmen Cambridge Analytica und diverse andere Negativschlagzeilen. In Ranglisten der wertvollsten Marken rangiert Facebook üblicherweise weit hinter anderen US-Technologiekonzernen wie Apple. Haugens Enthüllungen haben Facebooks Namen noch toxischer gemacht.

          Virtuelle Räume im „Metaverse“ könnten ungefähr so aussehen. Bilderstrecke
          Von Zuckerberg präsentiert : Erste Eindrücke aus Metas Metaversum

          Stattdessen gibt sich Facebook nun einen weitgehend unverfänglichen und weniger belasteten Namen. Und als Chef des Meta-Konzerns lässt sich der Blick für Zuckerberg womöglich etwas leichter weg von den Kontroversen lenken und kann helfen, das von ihm verfolgte „Metaversum“-Konzept, das er zum Kern seiner Strategie gemacht hat, stärker in den Vordergrund zu rücken. Und ihm somit ermöglichen, ein bisschen mehr als Futurist dazustehen anstatt als Skandalunternehmer.

          Die neue Identität ist freilich zunächst einmal in erster Linie Kosmetik und ändert nichts an den Schattenseiten von Facebooks Plattformen. Sie lässt auch Facebooks Struktur intakt, die Zuckerberg mit einer selbst für die Technologiebranche ungewöhnlichen Machtfülle ausstattet. Er ist nicht nur Vorstandschef und Vorsitzender des Verwaltungsrats, sondern kontrolliert auch eine Mehrheit der Stimmrechte.

          In der Debatte um schädliche Inhalte sagt Zuckerberg oft, es sei ihm zuwider, dass Facebook so viele Entscheidungen zu treffen habe, die eigentlich Aufgabe von Regulierern seien. Wenn es um diese unbequemen Fragen geht, würde er also gerne Verantwortung delegieren. Das klingt reichlich schal, wenn es von jemandem kommt, der sein Unternehmen so aufgestellt hat, dass er es als Alleinherrscher führen kann. Und von diesem ungesunden Maß an Kontrolle kann auch ein neuer Name nicht ablenken.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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