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Typisch britisch : Berlin fährt bald mit Londons Taxen

Londoner Taxis halten Einzug in Berlin. Bild: LEVC

Schick, schwarz, eben London. Die Taxen stehen für die Stadt wie kaum etwas anderes. Jetzt halten sie Einzug in Berlin. Eine Sache an ihnen wird aber typisch deutsch.

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          Das Unternehmen hinter den berühmten Londoner Taxen möchte mit Elektrotaxen den deutschen Markt erobern. Das teilte das die London EV Company (LEVC) am heutigen Donnerstag mit. Gemeinsam mit Volvo Deutschland vertreibt und wartet das Unternehmen eine Elektroversion der Londoner Taxen seit Neuestem in Deutschland. Beide Unternehmen gehören dem chinesischen Autokonzern Geely.

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          Der Chef des Unternehmens Carl-Peter Forster sagte in einer Pressemitteilung, die den Titel „Energiewende Taxi!“ trägt: „Jeder weiß, dass die Ziele der Energiewende und der Verbesserung der Luftqualität nur erreicht werden können, wenn mehr Elektroautos auf deutschen Straßen fahren. Mit dem TX können wir dazu beitragen.“ TX ist der Name des Taximodells, das das Unternehmen jetzt in Deutschland vertreibt und als das „fortschrittlichste Elektrotaxi der Welt“ bezeichnet.

          Während die Energieversorgung in Deutschland immer regenerativer wird, hinkt die Verkehrswende hinterher. Auch deshalb verfehlt Deutschland sein Klimaziel für das Jahr 2020. Gleichzeitig hat die Diesel-Affäre in den letzten Monaten das Image von Verbrennungsmotoren weiter in Mitleidenschaft gezogen. Angesichts dieses Umfelds dürfte das Angebot des Unternehmens auf reges Interesse stoßen.

          Taxibetreiber können von E-Auto-Prämien profitieren

          Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg kostet das neueste TX-Modell knapp 60.000 Euro. Die 3.000 Euro-Prämie für Elektroautos und ein weiterer Bonus der Berliner Regierung in Höhe von 4.000 Euro drücken den Preis jedoch nach unten. Im Verbrauch ist das Auto wesentlich günstiger als Verbrennungsmotoren.

          Das Auto hat insgesamt eine Reichweite von 640 Kilometern. Davon werden jedoch nur 130 Kilometer tatsächlich elektrisch zurückgelegt. Für den Rest der Reichweite lädt ein Verbrennungsmotor die Batterie wieder auf. Es handelt sich also eigentlich um ein Hybridauto.

          Einer Modellrechnung des Unternehmens zufolge könnten die 130 elektrischen Kilometer jedoch für eine Schicht eines Taxifahrers ausreichen. Darüber hinaus sind die Taxen mit Steckdosen und W-Lan ausgestattet. Vieles davon ist neu in Berlin, eine Sache jedoch nicht: Auf den Bildern des Unternehmens sind die Taxen beige – nicht schwarz wie in London.

          London Cabs am Checkpoint Charlie in Berlin – natürlich in beige.
          London Cabs am Checkpoint Charlie in Berlin – natürlich in beige. : Bild: LEVC

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