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Probleme mit Frischedienst : Amazon klopft große Sprüche

  • -Aktualisiert am

Fertig gepackte Transporttaschen mit Lebensmitteln stehen vor der Auslieferung im Depot des Lebensmittellieferdienstes Amazon Fresh. Bild: dpa

In Deutschland erweist sich „Amazon Fresh“ bislang als veritabler Rohrkrepierer. Das löst Spekulationen über ein mögliches Ende des Frischedienstes aus – was das Amazon-Lager weit von sich weist.

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          Das Spannende am Markt ist ja, dass der Kunde so verdammt schwer auszurechnen ist. Nur einer von zehn Songs wird ein Hit. Nur ein Start-up von zehn setzt sich durch. Und wer glaubt, er habe die Zauberformel für geschäftlichen Erfolg gefunden, fällt irgendwann auf die Nase. Oder er braucht zumindest sehr viel Geduld und noch mehr Geld, bis seine Idee womöglich doch noch zündet.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In diese Kategorie fällt Amazon mit seinem Lebensmittelangebot „Fresh“. Der erfolgsverwöhnte Konzernchef Jeff Bezos hat sich vorgenommen, das Volk nicht nur mit Büchern und Elektrogeräten zu versorgen, sondern auch mit frischer Ware. Was in Amerika zündet, muss aber hierzulande noch lange nicht funktionieren. In Deutschland erweist sich „Amazon Fresh“ bislang als veritabler Rohrkrepierer, da können die hiesigen Amazon-Statthalter noch so munter dagegen anreden.

          Die Frage, warum die Deutschen so viel zögerlicher frische Produkte im Netz bestellen als die Amerikaner, konterte Deutschland-Chef Ralf Kleber im F.A.S.-Interview im Frühjahr mit dem Satz: „Eines steht fest: Auch die Deutschen essen.“ Offenbar brauchen sie dazu aber kein Online-Kaufhaus. Amazons Logistik-Partner DHL jedenfalls hat entschieden, die Zusammenarbeit mit Amazon Fresh zu beenden. Anscheinend war mit den Lebensmittel-Paketen nichts zu verdienen, die Nachfrage blieb „weit hinter den Erwartungen“ zurück, wie DHL jetzt mitgeteilt hat.

          Im Handel löst dies schon Spekulationen über ein mögliches Ende des Frischedienstes aus – was das Amazon-Lager weit von sich weist. „Uns freut das positive Kundenfeedback, das wir zu Amazon fresh erhalten“, sagt eine Konzernsprecherin vielmehr. Wie viele Kunden sie überhaupt hat, das verrät sie freilich nicht. Ganz so viele werden es nicht sein, im Melden von Erfolgen ist der Konzern sonst groß. Jedenfalls ist der Radius von „Amazon Fresh“ winzig. Nur vier Städte werden bisher bedient: München, Hamburg, Berlin, Potsdam.

          Auf Nachrichten über eine Ausweitung des Testgebiets wartet die Welt vergebens, auch wenn das Management dies regelmäßig andeutet, indem es Vergleiche mit der flächendeckenden Versorgung mit Büchern zieht: Warum sollte das mit Lebensmitteln nicht gelingen? In einem haben die Amazon-Leute jedenfalls recht: Es gibt noch Luft nach oben, also Potential für ihr Frische-Geschäft. Im Moment werden weniger als zehn Prozent der Lebensmittel online bestellt. Der Kunde will es so.

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