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Künstliche Intelligenz : Müssen Roboter aussehen wie Menschen?

Kuri soll ein Spielkamerad für Kinder sein. Bild: Bosch

Der Roboter Kuri ist vor allem niedlich – Bosch will ihn deswegen nicht mehr. Doch es gibt andere. Und eine große Hoffnung ihrer Erfinder.

          4 Min.

          Der Roboter Kuri ist süß, knuffig, drollig. „Das süßeste Ding auf der CES“, betitelten IT-Journale Anfang 2017 ihre Beiträge über die wichtige jährliche Technikmesse in Las Vegas. Und es gab noch viel mehr Lorbeer: Kuri wurde auf der CES ausgezeichnet als bedeutendste Innovation im Bereich IoT, also im Internet der Dinge.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Hamburg.

          Jetzt, eineinhalb Jahre später, ist Kuri Gesprächsthema auf der World Robot Conference. Aber nicht als junger Star am Roboterhimmel. Die Robotik-Fachleute, die sich bis Sonntag in Peking treffen, wissen schon, dass Kuri aller Niedlichkeit zum Trotz erst einmal gar nicht auf den Markt kommt. „Ja, man spricht über Kuri. Das ist halt eine Misserfolgsstory“, bestätigt Wolfram Burgard, Robotik-Professor an der Universität Freiburg. „Der Business-Case ist fraglich.“

          Aber, gibt er zu bedenken, vieles sei eben nicht vorhersehbar: „Wer hätte gedacht, dass wir autonome Rasenmäher haben werden?“ Tatsächlich verkauft der Eigentümer von Kuri, der Stuttgarter Bosch-Konzern, Mäh-Roboter schon längst tausendfach. Der niedliche Kuri aber wird nicht zu den Kunden gelangen. Was schon produziert ist, wird nicht ausgeliefert. Wer die Anzahlung über 100 Dollar geleistet hat, bekommt das Geld  zurücküberwiesen, kündigt die Bosch-Gesellschaft Mayfield Robotics auf ihrer Homepage an.

          Aufpasser mit Hochleistungskameras

          „Es gibt keine Schnittmenge mit dem Bosch-Portfolio“, lautet die nüchterne Analyse des Stuttgarter Konzerns: „Wir machen Funktions- und Industrieroboter, keine Social Robots.“ Der Markt dafür sei noch nicht reif genug, weshalb dem Kuri-Produzenten Mayfield Robotics der Sprung von der Start-up-Plattform Grow ins normale Konzerngeschäft von Bosch versagt bleibt. Stattdessen sucht Bosch jetzt für Kuri eine neue Heimat. „Es finden Gespräche mit potentiellen Käufern statt“, heißt es in Stuttgart.  

          Ob es überhaupt Interessenten gibt, hängt von der Einschätzung des Marktes ab: Was muss ein Roboter können, damit er Käufer findet? Im Fall von Kuri war offenbar alles darauf angelegt, dass die Menschen den Roboter süß finden. Er ist ein kleiner Kerl, etwa 50 Zentimeter groß, der weder Arme noch Beine hat und damit von vornherein signalisiert, dass er kein Haushaltshelfer ist.

          Dafür klimpert er mit den Augen, wenn er berührt wird, und wendet sich den Menschen zu, die mit ihm sprechen. Kuri kann die Kinder begrüßen, wenn sie nach Hause kommen und mit ihnen Verstecken spielen. Er kann den Menschen im Haus folgen, um beispielsweise immer dort Musik zu spielen, wo man sich befindet. Hinter seinen Augen verbergen sich zudem Hochleistungs-Kameras, die Kuri zu einer Art Aufpasser machen: Durch das Streamen der so entstehenden Videos weiß man, was zuhause gerade los ist. „Kuri wird helfen, die wichtigste aller Schwellen in der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz zu überschreiben: die Türschwelle“, lautete die Mission der amerikanischen Ingenieurin Kaijen Hsiao, die quasi die Mutter von Kuri ist.

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