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Nächste Krypto-Pleite : Celsius Network meldet Insolvenz an

Die Kryptobank Celsius Network meldete am Mittwoch Insolvenz an. Bild: Reuters

Das Fintech meldete die Zahlungsunfähigkeit am Mittwoch in New York an. 1,7 Millionen Kunden müssen um ihre Einlagen bangen.

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          Kundengelder einsammeln und sie als Kredite an andere wieder herausgeben – eigentlich das klassische Geschäftsmodell einer Bank. Während aber herkömmliche Geldhäuser in der Niedrigzinsphase noch Geld für das Verwahren von Kundeneinlagen verlangen mussten, lockte die amerikanische Krypto-Bank Celsius Network mit bis zu 18 Prozent Zinsen auf die Kryptowährungseinlagen seiner Kunden.

          Gregor Brunner
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nun hat Celsius Insolvenz angemeldet. Man habe am Mittwoch alle üblichen Anträge eingereicht, um die Fortsetzung des Geschäftsbetriebes zu ermöglichen. Das Unternehmen verfüge hierfür Barmittel in Höhe von 167 Millionen Dollar. Derzeit sind weder Ein- noch Auszahlungen bei Celsius möglich. Eine Wiederaufnahme des Einlagen- und Kreditgeschäfts ist momentan auch nicht vorgesehen.

          Mitte Juni musste Celsius die Gelder von 1,7 Millionen Kunden einfrieren. Ihnen wurde der Zugriff auf rund 12 Milliarden Dollar verwehrt. Der Schritt geschah als Reaktion auf Verwerfungen am Kryptowährungsmarkt, die ein Kursverfall der Digitalwährung TerraUSD nach sich zog. Eigentlich war deren Kurs eins zu eins an den Dollar gekoppelt. Als der Kurs jedoch zu schwanken begann, verkaufte die Stiftung hinter Terra große Mengen Bitcoin, um den Kurs zu stabilisieren. Das löste einen größeren Kursrutsch unter Kryptowährungen aus, der Celsius-Kunden dazu bewegte, ihre Einlagen massenhaft abzuheben.

          Vergangene Woche hatte bereits Celsius-Rivale Voyager Digital Insolvenz angemeldet. Er wurde nach eigenen Angaben von ausgefallenen Kreditzahlungen des Hedgefonds Three Arrows, der ebenfalls Gläubigerschutz beantragt hat, in den Abgrund gerissen.

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