https://www.faz.net/-gqe-9goau

Gegenwind für Amazon und Co : „Alexa, hau ab!“

Pakete voller Wut: New Yorker demonstrieren gegen die Ansiedlung eines hochsubventionierten Amazon-Hauptquartiers. Bild: Imago

Amazon, Google, Facebook & Co verdienen Milliarden, gehören zu den wertvollsten Konzernen der Welt und ziehen rund um den Globus Toptalente an. Doch etwas hat sich geändert.

          6 Min.

          Das Silicon Valley ist eine außergewöhnliche Gegend, bewundert, gefürchtet, zur hoffnungsvollen Verheißung stilisiert, Chiffre für Unternehmer, die ihre Erfolge erbarmungslos feiern und Niederlagen als ganz natürliche Alternative akzeptieren. Die zu Weltkonzernen gewachsenen ehemaligen Kleinstunternehmen, die dort ihren Sitz haben, hatten lange Zeit einen tadellosen Ruf, sie begeistern weiterhin Hunderte Millionen Kunden rund um den Globus, die rege Dienste wie die Suchmaschine Google oder das soziale Netzwerk Facebook nutzen. Und sie inspirieren auch in anderen Ländern Unternehmer dazu, sich große Ziele zu setzen. Reid Hoffman, der das Karriere-Netzwerk Linkedin mitgründete, sagte einst: „Das Silicon Valley ist eine Geisteshaltung, kein Ort.“ So sahen das die Allermeisten – inklusive des positiven Grundtons. Doch das hat sich geändert, geradezu dramatisch. Heute ist die öffentliche Stimmung eine ganz andere.

          Alexander Armbruster
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.
          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Jeff Bezos merkte das nun eindrücklich. Als der Vorstandsvorsitzende des Internetkonzerns Amazon vor gut einem Jahr einen Wettbewerb der Städte um eine neue Hauptverwaltung seines Unternehmens eröffnete, sah das zuerst nach einem brillanten Marketingschachzug aus. Lokalpolitiker hofierten ihn und erdachten allerlei Gimmicks, um Amazon anzulocken. New York ließ das Empire State Building in orange erstrahlen, der Farbe des Pfeiles aus dem Amazon-Logo, und der dortige Gouverneur Andrew Cuomo scherzte, er würde seinen Vornamen in „Amazon“ ändern, wenn das den Ausschlag zugunsten der Weltstadt geben würde.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          DFB-Liebling Robin Gosens : „Zwick mich mal“

          Die Geschichte von Robin Gosens gibt es eigentlich nicht mehr: Von einem, der auf dem Dorfplatz entdeckt wurde und nun bei der EM für überwältigende Momente sorgt.
          Für den Lebensabschnitt, der ganz besonders als Baustelle bekannt ist: Blick in eine Küche des Studierendenhauses in Basel.

          Wohnen der Zukunft : Häuser für eine andere Welt

          In der Schweiz revolutionieren junge Büros wie Duplex Architekten mit aufsehenerregenden Wohnexperimenten unsere Vorstellung von der Zukunft der Stadt. Wie könnte die aussehen?