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Kostenlose Shopping-Plattform : Google greift Amazon an

Google macht seine Shopping-Plattform wieder kostenlos. Bild: EPA

Die Shopping-Plattform von Google wird für Händler in Deutschland kostenlos. Für den Konzern ist das eine Rolle rückwärts. Kann Google so auch Amazon zusetzen?

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          Der Online-Handel boomt in der Corona-Krise – und Google will ein Wörtchen mitreden. Für Händler in Europa, dem Nahen Osten und Afrika werde es von Mitte Oktober an kostenlos sein, Produkte in Googles Shopping Tab listen zu lassen, heißt es in einem Blogpost des Konzerns. Dieser wird am Mittwoch veröffentlicht und liegt der F.A.Z. vorab vor. Für den Suchmaschinen-Konzern bedeutet das eine Rolle rückwärts. Aufgrund von Qualitätsproblemen habe Google eine für die Händler kostenlose Shopping-Plattform im Jahr 2012 kostenpflichtig gemacht, berichten Fachmedien.

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          Wie andere Tech-Konzerne auch stellt Google es so dar, dass die Maßnahme kleinen Unternehmen helfen soll, die in der Corona-Krise auf Online-Umsätze angewiesen sind. „Wir helfen kleinen Händlern mit den großen Playern zu konkurrieren“, sagt Matt Brittin, der Googles Geschäfte in Europa, dem Nahen Osten und Afrika leitet, der F.A.Z. Große Händler würden ohnehin schon Shopping-Anzeigen schalten, deshalb helfe der Schritt eher kleinen Unternehmen. Deshalb will er darin auch keine Kampfansage an Amazon sehen.

          Beobachter meinen, Google könne so einen größeren Teil des Datenverkehrs auf seiner Plattform behalten, zumal Amazon im Werbegeschäft Boden gutmacht. Im April hatte Google den gleichen Schritt schon in Amerika vorgenommen, für den Brittin eine positive Zwischenbilanz zieht: „Händler, die im Shopping Tab vertreten waren, konnten doppelt so viele Ansichten ihrer Produkte verzeichnen. Die Klicks legten um 50 Prozent zu.“ Die Zahl der dort vertretenen Unternehmen in Amerika schätzt er auf einige hunderttausend.

          Googles Verkaufsplattform ist umstritten: Im Juni 2017 hatte die EU-Kommission Google für den Umgang mit seiner Shopping-Plattform eine damalige Rekordbuße von 2,4 Milliarden Euro aufgebrummt. Bis heute klagen konkurrierende Preisvergleichsplattformen über eine Benachteiligung in den Suchergebnissen von Google. Erst Anfang der Woche war eine Studie im Auftrag von Vergleichsplattformen zu dem Ergebnis gekommen, nur 1 Prozent des Datenverkehrs auf Google Shopping werde auf andere Vergleichs-Websites gelenkt.

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