https://www.faz.net/-gqe-adfot

Kommentar : Tödliche Cyber-Waffen

Die Hackergruppe „REvil" steht im Verdacht, das Desktop-Management-Tool VSA von Kaseya gekapert und ein schadhaftes Update aufgespielt zu haben. Die Hacker fordern ein Lösegeld von 70 Millionen Dollar. Bild: Reuters

Cyberkriminelle halten nicht mehr nur die Wirtschaft in Atem, sondern auch die Politik. Der Westen muss an der politischen Front die Offensive suchen.

          1 Min.

          Die Einschläge kommen nicht nur näher, sie häufen sich. So halten Cyberkriminelle nicht mehr nur die Wirtschaft in Atem, sondern auch die Politik – und die muss endlich handeln. Andernfalls drohen die Scharmützel in der virtuellen Welt der Bits und Bytes in einen handfesten Waffengang zu münden. Daher täten liberale Gesellschaften gut daran, ihren Absichtsbekundungen, den digitalen Heckenschützen das Handwerk zu legen, bald Taten folgen zu lassen. Harte Worte gegenüber Moskau und Peking sind da ein Anfang - und der ist gemacht.

          Was es nun braucht, ist ein geopolitischer Rahmen, der den wirklichen Risiken von Hackerattacken gerecht wird. Denn die Angriffe auf IT-Systeme von Kraftwerken, Wasserversorgern, Kliniken, Ölpipelines oder Pharmakonzernen können Millionen Menschen das Leben kosten.

          Warum den Einsatz von Cyberwaffen nicht auf eine Stufe mit atomarer, biologischer oder chemischer Kriegsführung stellen? Warum sie nicht genauso ächten wie Gift- und Nervengas? Daher wäre der Westen gut beraten, an der politischen Front die Offensive zu suchen.

          Stephan Finsterbusch
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Weitere Themen

          Preisrekorde gefährden Green Deal

          Energie : Preisrekorde gefährden Green Deal

          Strom und Gas sind so teuer wie lange nicht. Für die EU-Kommission kommt das zur Unzeit – und einige Länder haben schon Notfallpläne verabschiedet.

          Topmeldungen

          Kevin Kühnert und Olaf Scholz machen Wahlkampf  in Berlin.

          Was kommt nach der Wahl? : Rot-grün-rote Morgenluft

          Norbert Walter-Borjans malt sich den Kanzler Scholz auch als Zweitplatzierten aus, Kevin Kühnert bringt den obligatorischen Mitgliederentscheid ins Spiel. Beides lässt die Fanclubs der Linkspartei hoffen.
          Im Fernsehen, wie hier beim letzten Triell, traten die Kandidaten mit offenem Visier an. Im Netz wird aus dem Hinterhalt geschossen.

          Hetze im Internet : Der schmutzige Wahlkampf

          Sie finden der Kampf ums Kanzleramt zwischen Baerbock, Laschet und Scholz sei eine müde Sache, langweilig und gebremst? Die Kampagnen im Netz zeigen etwas anderes.
          Das Kohlekraftwerk Mehrum, daneben Windräder

          Energie : Preisrekorde gefährden Green Deal

          Strom und Gas sind so teuer wie lange nicht. Für die EU-Kommission kommt das zur Unzeit – und einige Länder haben schon Notfallpläne verabschiedet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.