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Samsung : Nichts dazugelernt

  • -Aktualisiert am

Samsung präsentierte das Galaxy Fold im Februar in San Francisco Bild: AFP

Südkoreas Vorzeigeunternehmen Samsung erleidet mit den Mängeln am Galaxy Fold einen peinlichen Rufschaden. Und das nicht zum ersten Mal.

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          Das Galaxy Fold ist die Antwort auf Skeptiker, die sagen, dass alles gemacht worden sei, was man machen kann.“ So sprach der Samsung-Manager Dong-Jin Koh im Februar während der Vorstellung des faltbaren Handys. Das Faltgerät soll eine neue Kategorie von Smartphones begründen und dem Geschäft neuen Schwung geben.

          Doch Samsung hat noch nicht mal all das gemacht, was man machen kann. Zumindest kam das Testen wohl zu kurz, sonst hätten Technikjournalisten nicht binnen kürzester Zeit gravierende Mängel des Galaxy Fold gefunden. Sonst müsste Samsung sich nun nicht wenige Tage vor der Markteinführung mehr Zeit nehmen, um das Gerät nachzubessern.

          Südkoreas Vorzeigeunternehmen erleidet mal wieder einen peinlichen Rufschaden. Damit steht Samsung in der modernen Technikwelt nicht allein. Der große Konkurrent Apple beerdigte erst im März ein vor zwei Jahren angekündigtes Produkt, weil die Ingenieure die technischen Probleme nicht in den Griff bekamen. Das aber entschuldigt die Koreaner nicht.

          Auch das Debakel mit dem brandgefährlichen Note 7 vor drei Jahren gründete im Kern darin, dass Samsung zu schnell zu viel wollte. Ob das Galaxy Fold für Samsung zu einem ähnlich teuren Abenteuer wird, ist ungewiss. Vielleicht kommt das Unternehmen mit einem blauen Auge davon. Sicher aber ist schon jetzt, dass Samsung aus dem Fiasko um das Note7 nichts oder nicht genug gelernt hat.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

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