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Kommentar : Pekings Datenhunger

Am Nordtor der Verbotenen Stadt in Peking. Bild: obs

Wie andere Konzerne in der zweitgrößten Wirtschaft hat sich Tencent dem Druck aus Peking gefügt. Das ist der Preis, den China für den Kontrollwahn der Kommunistischen Partei zahlen muss.

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          Wechat, die Smartphone-App des chinesischen Konzerns Tencent, hat eine Milliarde Nutzer und fast jeden Chinesen als Kunden. Tencent ergeht es wie dem Internethändler Alibaba und anderen Technologieunternehmen aus China: Wollen sie weiter stark wachsen, müssen sie über ihre Landesgrenze hinaus expandieren.

          Doch dort treffen sie auf Widerstand. Der Hersteller Huawei findet in Amerika für seine schlauen Smartphones keinen Vertrieb, weil Washington Sorge hat, die Daten der amerikanischen Nutzer könnten in Peking landen. Auch Alibabas Versuch, einen Geldüberweisungsdienst zu kaufen, hat Amerika aus Sicherheitsbedenken gestoppt.

          Im Fall von Wechat dürften auch in Deutschland bei einem Markteintritt Zweifel an der App wachsen. Diese macht kein Geheimnis daraus, dass Chinas Sicherheitsbehörden Zugriff auf die Daten haben. Wie andere vermeintlich private Konzerne in der zweitgrößten Wirtschaft hat sich Tencent dem Druck aus Peking gefügt und arbeitet so eng mit den Behörden zusammen, dass die Unterschiede zu staatseigenen Betrieben kaum noch auszumachen sind. Das ist der Preis, den China für den Kontrollwahn der Kommunistischen Partei zahlen muss.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

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