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Uber-Kommentar : Moment zum Innehalten

  • -Aktualisiert am

Journalisten-Andrang auf der Pressekonferenz nach dem Unfall mit einem Uber-Auto in der Stadt Tempe. Bild: dpa

Ohne Zweifel sollte die Autoindustrie weiter beherzt in autonomes Fahren investieren. Doch der tragische Unfall sollte nun zum Anlass genommen werden, die Regulierung und Alltagstauglichkeit der Technik zu prüfen.

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          Es war klar, dass dieser Tag irgendwann kommen würde: Im amerikanischen Bundesstaat Arizona hat ein selbstfahrendes Auto eine Fußgängerin erfasst und getötet. Es handelte sich um ein Auto des Fahrdienstes Uber, der wie viele andere Unternehmen aggressiv in autonome Fahrtechnik investiert und seine Roboterautos auf öffentlichen Straßen testet.

          Dies ist der erste Unfall mit einem selbstfahrenden Auto, der für einen Fußgänger tödlich endete. Der genaue Hergang ist noch nicht geklärt; derzeit scheint es sogar, als ob die Schuld nicht bei Uber liegt und der Unfall auch mit einem gewöhnlichen Auto passiert wäre.

          Trotzdem ist dies für die Branche und auch für die Politik ein Moment zum Innehalten. Fragen nach der Regulierung und der Alltagstauglichkeit der Technik müssen mit einer neuen Dringlichkeit gestellt werden.

          Weiter beherzt investieren

          Der Unfall hat auf tragische Weise daran erinnert, dass selbstfahrende Autos noch immer im Experimentierstadium und nicht marktreif sind. Gleichwohl wird ihr Einsatz im Alltag mit aller Macht forciert. In immer mehr amerikanischen Regionen werden Roboterautos auf öffentlichen Straßen getestet, manche Unternehmen wie General Motors wollen sogar schon 2019 autonome Taxis ohne Fahrer auf die Straßen bringen, die nicht einmal mehr ein Lenkrad haben.

          Das regulatorische Umfeld ist in den Vereinigten Staaten ein Flickenteppich, es fehlen landesweite Standards, was dazu beiträgt, dass es auf dem Gebiet einen Standortwettbewerb gibt. Um sich als möglichst innovationsfreundlich zu positionieren, versprechen Bundesstaaten wie Arizona eine nicht allzu strenge Regulierung. Das ist fortschrittsfreundlich, kann aber auf einem Gebiet, in dem es um Leben um Tod gehen kann, nach hinten losgehen.

          Es ist unbestritten, dass autonomes Fahren das Potential hat, die Zahl der Unfälle und Verkehrstoten deutlich zu reduzieren. Aber es wird auch mit Roboterautos zu Unfällen kommen, und wahrscheinlich werden sie dabei bisweilen auch die Fehlerquelle sein. Und wenn eine Fehlerquote von Null unrealistisch ist, muss eine Diskussion geführt werden, wie hoch die Messlatte für die Industrie sein soll. Zum Beispiel, wie weit die Zahl der Toten sinken muss, damit der Einsatz von autonomen Fahrzeugen akzeptabel ist.

          Ein Unfall wie jetzt in Arizona hat das Zeug dazu, bei den Menschen Angst zu schüren. Ohne Zweifel sollte die Autoindustrie weiter beherzt in autonomes Fahren investieren. Aber sie darf nicht zu schnell voranpreschen. Sollten sich Unfälle häufen, könnten die Bemühungen auf diesem Zukunftsgebiet um Jahre zurückgeworfen werden.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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