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Spahn-Vorstoß : App auf Rezept

  • -Aktualisiert am

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, Anfang Mai in Berlin Bild: dpa

Mit einem neuen Gesetz schlägt Minister Spahn Entwicklern von Gesundheits-Apps eine Bresche in den Markt. Die müssen jetzt liefern.

          1 Min.

          Jens Spahn hat seinen Max Weber gelesen. Unverdrossen bohrt der Gesundheitsminister dicke Bretter, damit das Gesundheitswesen durchlässiger wird für die Chancen der Digitalisierung. Dabei verfolgt er das Konzept von Peitsche und Zuckerbrot: Den Ärzten, die sich einem Anschluss an das sichere IT-Netz verweigern, droht er mit noch höheren Abschlägen auf das Honorar.

          Ärzte, die ihre Patienten dagegen mit Hilfe moderner Software bei der Bewältigung ihrer Krankheit unterstützen wollen, dürfen diese künftig auf Kosten der Kassen verschreiben. Spahns App auf Rezept mag regulatorische Fragen aufwerfen. Die dahinterstehende Überlegung aber stimmt: Die Digitalisierung des Gesundheitswesens wird nur gelingen, wenn die Beteiligten, also vor allem Patienten, Ärzte, Apotheker, die Vorteile der digitalen Helfer erkennen und sie auch nutzen.

          Solange nicht genügend interessante Produkte im Markt sind, wird die Zahl der Anwender klein und der Erkenntniswert gering bleiben. Mit seinem Gesetz schlägt Spahn den Entwicklern von Gesundheits-Apps eine Bresche in den Markt. Künftig liegt es an ihnen zu beweisen, dass ihre Technologie hält, was sie vollmundig versprechen.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

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