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Kommentar : Amazon ohne Kassen

  • -Aktualisiert am

Amazon hat mit seinem kassenlosen Laden ein revolutionäres und verheißungsvolles Konzept vorgelegt. Aber wenn es sich durchsetzt, wird es einen Preis haben.

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          Wer kennt nicht das Gefühl, an der Supermarktkasse eine gefühlte Ewigkeit in der Schlange zu stehen? Amazon.com verspricht mit seinem neuen kassenlosen Lebensmittelladen Abhilfe. Man kommt in das Geschäft, packt die Ware ein und geht hinaus.

          Das ist technisch eine reife Leistung, die durch Algorithmen und ein Netz von Kameras und Sensoren möglich wird. Sie könnte Verbrauchern echten Nutzen bringen, wenn denn das System im Alltag tatsächlich reibungslos funktioniert. Amazons kassenloser Laden ist sehr klein und hat ein übersichtliches Sortiment, es wird nicht leicht, die Technik in großen Supermärkten oder Warenhäusern anzuwenden.

          Aber das Experiment eröffnet einen faszinierenden Blick auf den Einzelhandel der Zukunft. Damit sind freilich auch unangenehme Fragen verbunden. Was passiert mit den vielen Arbeitsplätzen, die Einzelhändler heute an ihren Kassen bieten? Und ist es wirklich wünschenswert, wenn die kleinen menschlichen Interaktionen des Alltags, wie sie zum Beispiel an der Supermarktkasse stattfinden, wegfallen? Amazons Konzept ist revolutionär und verheißungsvoll, aber wenn es sich durchsetzt, wird es auch einen Preis haben.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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