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Tech-Unternehmer Ismet Koyun : „Man denkt immer, dass der Türke einen Dönerladen hat“

Ismet Koyun in seinem Büro in der Unternehmenszentrale von Kobil Systems Bild: Frank Röth

Unkonventionell? Das wäre untertrieben für Ismet Koyun. Der Wormser IT-Unternehmer nimmt es mit jedem auf, sogar mit Google. Er sieht sich in einer Reihe mit Siemens und Porsche – und bezeichnet sich als Kommunisten.

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          „Man denkt immer, dass der Türke einen Dönerladen hat“, sagt Ismet Koyun und blickt aus seinem Büro über Worms. Im Hintergrund stehen die Türme des Doms St. Peter. Er ist ein Mann, an dem fast alles unwahrscheinlich ist: Er ist Unternehmer, dabei sagt er Sätze wie: „Ich werde immer Kommunist sein.“ Er ist Deutschtürke und Unternehmer, dabei hat er eben keinen Dönerladen. Er ist Technologieunternehmer, dabei steht seine Firma eben nicht in München oder Berlin, sondern in Worms, gemessen an den Metropolen also in der Provinz. Und seine Produkte finden sich in vielen deutschen Haushalten, dabei ist die Marke kaum bekannt.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Kobil Systems heißt sein Unternehmen, ein Kunstwort aus Koyun und Bilgisayar, türkisch für Computer. Es produziert unter anderem die kleinen Tan-Generatoren für das Online-Banking. Seine Tan-App nutzen 20 bis 30 Millionen Menschen, auch große Banken und Versicherungen greifen auf die App zurück. Für Kobil arbeiten etwa 200 Menschen, 80 davon in Worms, sagt Koyun. Nach eigenen Angaben macht das Unternehmen im Jahr einen Umsatz im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Koyun wird in Broschüren „Pionier für digitale Sicherheit“ genannt. Dass ihm nebenbei in der Türkei noch ein Hersteller von Saftkonzentraten gehört, ist für ihn kaum der Erwähnung wert.

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