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KI-Kommentar : Gefahr erkannt

Der Gesetzgeber solle sich mit Folgen zusehends treffsicherer Gesichtserkennungs-Software befassen, fordert der Microsoft-Präsident. Sein ungewöhnlicher Aufruf ist mindestens klug.

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          Wer heute darauf wettet, dass in fünf Jahren auch in Amerika detaillierte Vorschriften für den Umgang mit Daten gelten, geht kein großes Risiko ein: Politiker beider Parteien haben genau hingehört, als Facebook-Gründer Mark Zuckerberg vor dem Kongress einräumte, er halte die Regulierung sozialer Netzwerke für „unausweichlich“. Gerade Konservative haben zudem nicht vergessen, dass der Handyhersteller Apple sich vor drei Jahren weigerte, für die Bundespolizei FBI ein iPhone zu knacken.

          Wenn nun der Microsoft-Präsident öffentlich dazu aufruft, der Gesetzgeber solle sich mit Folgen zusehends treffsicherer Gesichtserkennungs-Software befassen, ist das mindestens klug – zumal Brad Smith genau weiß, dass ein reicher Tech-Konzern neue Auflagen viel leichter wird erfüllen können als jedes Start-up.

          Darüber hinaus macht er mit seinem Beitrag schlicht einen wichtigen Punkt: Mit dem Fortschritt in der Künstlichen Intelligenz, der sich auch in einer besseren maschinellen Sehfähigkeit spiegelt, sind große Chancen (mehr Wohlstand) und Risiken (mehr Überwachung) verbunden. Den richtigen Rahmen dafür zu setzen ist nicht Aufgabe der Unternehmen, auch wenn sie über viel Expertise verfügen.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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