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Neue Umfrage : Jugendliche fühlen sich im Internet weniger wohl

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Zeitverschwendung oder mehr Zufriedenheit: junge Deutsche sehen das Internet kritischer. Bild: dpa

Auf ihr Smartphone wollen Jugendliche nicht verzichten. Aber: Der Umgang miteinander im Internet hat sich ihrer Ansicht nach verschlechtert. Und nicht nur das.

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          Online zu sein, das ist unter Jugendlichen längst selbstverständlich. 99 Prozent nutzen das Internet täglich, geht es einer repräsentativen Studie hervor. Und das Durchschnittsalter, ab dem Kinder ihr erstes Smartphone in Händen halten, sinkt kontinuierlich. Zugleich wächst aber unter ihnen die Sorge darüber, wie sicher ihre persönlichen Daten sind.

          „Der Hype ist vorbei, die Skepsis steigt“ – auf diese kurze Formel bringen es die Autoren der repräsentativen Untersuchung, die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) an diesem Montag in Berlin zusammen mit dem Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit vorstellte. Das Sinus-Institut befragte dazu Jugendlichen und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 24 Jahren. Titel der Studie: „Euphorie war gestern. Die ’Generation Internet’ zwischen Glück und Abhängigkeit.“

          Sie finden die Nutzung des Internets vor allem praktisch. Es erleichtere Zugang zu Informationen und beschleunige Vorgänge, die ohne das Netz mühsamer wären, wie es in der Studie heißt. Für 68 Prozent der Befragten ist ein Leben ohne Internet nicht vorstellbar, nach Ansicht von 69 Prozent macht das Netz sogar glücklich.

          Die Ministerin kündigt Konsequenzen an

          Da wundert der Befund, dass sich fast die Hälfte der befragten Jugendlichen wünscht, künftig weniger online zu sein. Ungefähr 41 Prozent der Befragten finden befremdlich, dass künftig noch mehr über das Internet erledigt werden kann. Vor vier Jahren betrug der Wert noch 20 Prozent.

          Wenn es darum geht, eigene Mitteilungen zu posten, wir die Gruppe nach der neuen Umfrage zurückhaltender. Demnach verschicken 54 Prozent nur selten bis nie etwas, weil sie so wenig Daten wie möglich von sich teilen möchten. Wichtiger sei ihnen stattdessen, andere zu beobachten – um dann auch den ein oder anderen Kommentar abzusetzen.

          Denn, auch das ergab die Untersuchung, die Zahl der Hassmails nimmt nach Einschätzung der Jugendlichen zu. Rund zwei Drittel sind der Meinung, es gebe heute im Internet eine Beleidigungskultur. Wer sich dort äußert, muss nach Ansicht der Befragten damit rechnen, beleidigt oder beschimpft zu werden.

          Gefürchtet sind demnach ebenso Angriffe auf die Identität, etwa durch das Posten von persönlichen Informationen oder durch falsche Angaben. Die Angst davor sei im Vergleich zur Vorgängerstudie merklich gestiegen, während das systematische Sammeln von Daten für Marketingzwecke für die Jugendlichen nur ein Nebenschauplatz sei. Dabei machen sich laut Studie Mädchen und Frauen größere Sorgen als Jungen und Männer.

          Weit verbreitet sei auch die Sorge davor, „internetsüchtig“ zu sein oder zu werden. Insbesondere die 14- bis 17-Jährigen sähen das als Problem. 64 Prozent der Befragten gaben zudem an, sie hätten das Gefühl, im Internet Zeit zu verschwenden. Erstaunlicherweise räumen viele der befragten „Digital Natives“ ein, auf eine digitale Zukunft unzureichend vorbereitet zu sein. Auch Schulen nähmen diese Aufgabe nicht ausreichend wahr, kritisieren die Befragten.

          Für Ministerin Giffey Grund genug, aus der Studie Konsequenzen zu ziehen: Sie kündigte zunächst eine Reform des Jugendmedienschutzgesetzes an. Dies solle Teilhabe, Befähigung und Schutz sichern, so die Ministerin. Jugendliche brauchten Unterstützung und Begleitung, damit sie das Netz unbeschwert nutzen könnten. Anbieter müssten zudem ausreichende Sicherungs- und Meldesysteme bereitstellen. Eltern benötigten außerdem mehr Transparenz darüber, welche Angebote und Apps für ihre Kinder geeignet sind und welche nicht. Die Ergebnisse der Studie bezeichnete die Ministerin als ernüchternd. Wenn junge Menschen sich im Internet nicht einmal mehr trauten, ihre Meinung frei zu äußern, sei das ein erschreckendes Signal.

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