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K-Pop : BTS-Label und Universal wollen neue Boygroup aufbauen

BTS im November 2020 in Seoul Bild: AP

Die Mitglieder der neuen Band sollen von 2022 an durch ein globales Casting ausgewählt werden. Derweil beteiligt sich Konkurrent Warner Music am größten Label im Mittleren Osten, das einem saudischen Prinzen gehört.

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          Big Hit Entertainment, vor allem bekannt als Label der K-Pop-Stars BTS, und die Universal Music Group haben die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens angekündigt. Über das Label soll eine neue Boygroup aufgebaut werden, wie es in einer Mitteilung der südkoreanischen Agentur und des größten Musikunternehmens der Welt heißt. Die Mitglieder der Gruppe sollen demnach durch ein globales Casting ausgewählt werden, das ab 2022 in Partnerschaft mit einem amerikanischen Medienunternehmen ausgestrahlt werden soll. Das Gemeinschaftsunternehmen soll von Los Angeles aus operieren und mit dem amerikanischen Big Hit-Team sowie dem Universal-Label Geffen Records, Teil der Interscope Geffen A&M Records-Gruppe, zusammenarbeiten.

          Benjamin Fischer
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Mit dem Projekt werde die im Laufe der vergangenen 16 Jahre etablierte Erfolgsformel von Big Hit in den Vereinigten Staaten und damit im Zentrum des globalen Musikmarkts angewandt, wird Lenzo Yoon, Big Hits Geschäftsführer für das globale Geschäft, zitiert. Entsprechend soll die gesuchte Boygroup Musik, Performance und Mode kombinieren. Ein Fokus liegt auch auf einem besonders engen Draht zu den Fans. Im Rahmen der Partnerschaft sollen zudem Künstler von Universal-Labels mittels der Big Hit-Plattform Weverse direkter mit ihren Anhängern interagieren können. Über die Plattform können auch neue Inhalte präsentiert und Produkte verkauft werden. Schon seit November nutzt die Künstlerin Gracie Abrams Weverse, später kamen auch New Hope Club und Alexander 23 hinzu.

          Erst vergangene Woche hatte Universal außerdem mit YG Entertainment, einem weiteren südkoreanischen Musikunternehmen, in die von Big Hit mitgehaltene Live-Streaming-Plattform Venewlive investiert. Aufwendig produzierte digitale Konzerte mit Tickets und zusätzlichen Elementen sind im Zuge der Corona-Pandemie zunehmend in den Fokus geraten, weil Konzerte weiterhin nur sehr begrenzt oder gar nicht möglich sind.

          Die Konzertbranche mit all ihren Gewerken ist einer der am schwersten getroffenen Wirtschaftszweige. Auch wann der Tour-Zirkus in Europa oder Amerika wieder in Gang kommt, ist weiter ungewiss. Diverse, gerade prominente Künstler versuchen sich daher seit einiger Zeit auf dem digitalen Feld. BTS hatten im vergangenen Jahr rund 750.000 Fans mit einer kostenpflichtigen Show erreicht. Mit Veeps wurde einer der größeren Anbieter von digitalen Live-Stream-Shows Anfang 2021 von Live Nation, dem größten Konzertveranstalter der Welt, übernommen.

          Warner Music investiert in Label von saudischem Prinzen

          Unterdessen beteiligt sich die Warner Music Group – neben Universal und Sony Music das dritte große globale Musikunternehmen – an Rotana Music, das als größtes Label im Mittleren Osten gilt. Weitere Details wurden nicht mitgeteilt, laut „Bloomberg“ soll es sich allerdings um eine „signifikante Minderheitsbeteiligung“ handeln. Das Label gehört zur Unternehmensgruppe des saudischen Prinzen al-Walid ibn Talal und hat bekannte Künstler aus der Golfregion und Nordafrika unter Vertrag. Künftig verantwortet Warners Labelservice-Einheit ADA den Vertrieb von Rotana-Veröffentlichungen außerhalb der genannten Regionen und auf Youtube.

          Warner ist seit 2018 über eine Dependance in Beirut in 17 Märkten in der Region präsent. Der Musikkonsum dürfte in den kommenden Jahren durch den zunehmenden Zugang zu besseren Internetverbindungen und Smartphones weiter stark wachsen, heißt es in der Mitteilung. Zwischen Warner und Rotana besteht indes schon länger eine Verbindung. Die Rotana-Gruppe war 2018 unter den Geldgebern einer Finanzierungsrunde von Deezer. Der Streamingdienst und Warner Music, das im Juni 2020 an die Börse zurückgekehrt ist, haben mit Access Industries denselben Großinvestor.

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