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F.A.Z. exklusiv : Die ersten Kaufinteressenten für Wirecard melden sich

Besteht doch noch Hoffnung, dass sich Investoren für Wirecard finden? Bild: dpa

Die Zukunft des deutschen Zahlungsabwicklers ist infolge des Bilanzskandals höchst ungewiss. Doch nicht alles scheint wertlos – es gibt mehrere Interessenten, darunter auch ein Wettbewerber.

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          Nur einen Tag nach dem Insolvenzantrag der Wirecard AG gibt es erste Interessenten, die Teile des Münchner Zahlungsabwicklers übernehmen wollen. Darunter sind nach Informationen der F.A.Z. Privatinvestoren und Private-Equity-Fonds aber auch der Konkurrent Worldline.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Der französische Zahlungsverkehrsdienstleister hatte bereits zu Beginn dieses Jahres in Frankreich seinen Wettbewerber Ingenico für fast acht Milliarden Euro gekauft. Die beiden französischen Unternehmen sind durch den Zusammenschluss zum größten Anbieter in Europa aufgestiegen.

          Aufgrund ihres eigenen Geschäfts haben die potentiellen Investoren naturgemäß unterschiedliche Interessen. Werthaltig erscheint innerhalb des Wirecard-Konzerns das Geschäft mit europäischen Kunden – sofern diese nicht weiter abspringen.

          Der Bilanzskandal hat das Vertrauen in die Wirecard-Dienste insgesamt jedenfalls dramatisch erschüttert: Einige Kunden, darunter die großen Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard überdenken indes schon ihre Geschäftsbeziehungen mit den Münchnern.

          Insolvenzverwalter bestellt

          Die Wirecard-Bank wiederum, bei der Tausende Privatanleger zuletzt Einlagen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro hielten, steht unter Sonderverwaltung der Finanzaufsicht Bafin. Die Behörde will sicherstellen, dass die Bank nicht in die Insolvenz des Mutterkonzerns hineingleitet.

          WIRECARD

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          Zum vorläufigen Insolvenzverwalter des Wirecard-Konzerns ist derweil der Anwalt Michael Jaffé bestellt worden, der sich derzeit auch um den Nachlass der Kapitalanlagegesellschaft P&R kümmert, die nicht existierende Container vermietet und Tausende Anleger betrogen hat. Bevor Jaffé überhaupt mit den Wirecard-Interessenten verhandeln kann, muss er sich einen Überblick über das genaue Volumen dieser Insolvenz machen.

          Nach Angaben des bisherigen Vorstands unter Leitung von Interimschef James Freis gibt es eine Bilanzlücke von gut 1,9 Milliarden Euro. Zudem hat Wirecard Anleihen über rund 500 Millionen Euro sowie eine Wandelanleihe über 900 Millionen Euro im Umlauf.

          Hinzu kommen vermutlich noch Schadenersatzklagen von Aktionären, die durch den Kurssturz der vergangenen Tage hohe Verluste erlitten haben und das Unternehmen auf Schadensersatz verklagen werden. Der Wirecard-Vorstand hatte die Insolvenz auch damit begründet, dass er die Fortführbarkeit des Unternehmens als nicht sichergestellt sah.

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