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Kampf gegen die Pandemie : Jetzt kommt Europas App-Plattform gegen Corona

  • Aktualisiert am

In Singapur ist eine Tracing-App längst im Einsatz. Bild: AFP

Wissenschaftler aus acht Ländern haben eine Technik für Corona-Tracing-Apps vorgestellt, die schon bald erprobt werden kann. Soldaten testen sie schon.

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          In der Bekämpfung der Corona-Pandemie mehren sich die Stimmen für die Nutzung von Handy-Daten. Europäische Wissenschaftler haben nun eine Technik für Corona-Tracing-Apps vorgestellt, die schon Ende der kommenden Woche erprobt werden könnte.

          Ziel sei es, diese Technologie für alle Länder verfügbar zu machen, heißt es in einem Papier der Initiative von 130 Wissenschaftlern aus acht europäischen Ländern. Damit sollten nationale Corona-Tracing-Apps entwickelt werden können.

          Die Bundesregierung will um den 16. April herum eine App präsentieren, mit der Bürger über Abstandsmessungen auf mögliche Infektionsgefahren hingewiesen werden sollen. Dies gilt als eine der Voraussetzungen für eine spätere Lockerung der Ausgangsbeschränkungen.

          Der IT-Branchenverband Bitkom begrüßte die europäische Entwicklung. „Sobald diese App verfügbar ist, werde ich sie sofort installieren“, sagte dessen Präsident Achim Berg.

          Die Arbeiten wurden auch durch einen Testlauf mit Daten von Soldaten möglich gemacht. Die Bundeswehr teilte mit, man unterstütze das an der Forschung beteiligte Fraunhofer-Institut dadurch, dass sich 50 Soldaten als Testpersonen nach genauen Vorgaben in einem bestimmten Areal der Berliner Julius-Leber-Kaserne bewegten. So soll im Freien und in Gebäuden geprüft werden, ob die App tatsächlich tauglich ist, Kontakte in einer bestimmten zeitlichen oder räumlichen Intensität festzustellen.

          Die Initiatoren der App-Technik sehen ihr Konzept „in voller Übereinstimmung mit der europäischen Datenschutzgrundverordnung“. Wenn mehr als 60 Prozent der Bevölkerung eine solche App nutzten, sei ein Erfolg gesichert.

          Derzeit liefern sich etliche Länder ein Rennen um eine Corona-Tracing-App. In Singapur, Südkorea und China sind entsprechende Programme schon im Einsatz, die Benutzer durch automatisierte Hinweise auf dem Smartphone davor warnen, dass sie in Kontakt mit Infizierten gekommen sind. Die Nutzung dieser Apps sei aber wegen anderer Datenschutzvorschriften in Deutschland nicht möglich, heißt es in Regierungskreisen.

          Die meisten deutschen Politiker dringen auf einen freiwilligen Einsatz einer solchen App. Daten sollen nur anonymisiert verwendet und nach einer gewissen Zeit wieder gelöscht werden. Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Bärbel Bas, begrüßte die Entwicklung. „Ich bin überzeugt, dass viele diese App freiwillig nutzen werden, um sich und andere zu schützen“, teilte sie mit. Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Thorsten Frei schlug einen steuerlichen Anreiz vor, damit Bürger die App auf ihre Smartphones laden.

          Für eine Corona-App werden unterschiedliche technische Möglichkeiten genutzt: Die PEPP-PT-Plattform nutzt Bluetooth, um die Annäherung von Smartphone-Besitzer zu registrieren. Das Startup GeoHealthApp in Hannover entwickelt dagegen eine App auf Grundlage von GPS-Ortungen.

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