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So soll das neue Handy aussehen. Bild: Sirin Labs

Plan von Foxconn : Jetzt kommt das Bitcoin-Handy

Das Start-up Sirin und der Elektronikgigant Foxconn planen ein Smartphone mit eingebauter digitaler Geldbörse. Damit soll alles viel einfacher werden – doch billig wird der Spaß nicht.

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          Virtuelles Geld wie Bitcoin und das Smartphone – das ist bislang keine echte Liebe, im Gegenteil. In jüngster Zeit mehren sich Warnungen, wonach Cyberkriminelle nicht nur PCs angreifen, um illegal Kryptowährungen zu schürfen, sondern auch Mobiltelefone. Jetzt wollen ein Start-up und ein großer Auftragsfertiger den Konsumenten klarmachen, dass die Kombination aus Bitcoin und Smartphone auch ihre guten und sicheren Seiten haben kann.

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das schweizerisch-israelische Unternehmen Sirin Labs und der taiwanische Elektronikgigant Foxconn, der unter anderem iPhones für Apple herstellt, planen das erste Smartphone mit Blockchain-Technologie. Also mit der Technik, die die Basis aller virtuellen Währungen bildet. Damit werde die Kryptoanlage endlich massenmarkttauglich, sagt Sirin-Gründer und Ko-Vorstandchef Moshe Hogeg. Das von Sirin und Foxconn gemeinsam entwickelte Gerät namens Finney soll den Angaben zufolge Transaktionen mit Digitalgeld erleichtern und Schutz vor Hackerangriffen bieten.

          Per physischem Schalter den Zugriff auf die Wallet kappen

          Die beiden Unternehmen setzen darauf, dass es derzeit zwar etliche Millionen Bitcoin-Besitzer gibt, aber nur wenige Bitcoin für tagtägliche Geschäfte nutzen. Die komplizierte Technologie macht das unattraktiv. Um Diebstahl zu verhindern, müssen Bitcoin-Zahler ihr Vermögen auf speziellen Speichersticks aufbewahren, bis es gebraucht wird. Dann gilt es, sich komplizierte Nutzernamen und Passwörter zu merken, die viele Zeichen lang sein können. Eine unkomfortable Sache, die einer wirklich großen Verbreitung im Weg steht. „Keine Chance, dass meine Mutter herausfindet, wie man Bitcoin einsetzt. Und meine Mutter ist klug“, sagt Sirin-Chef Hogeg.

          Mit einem Smartphone, das grundsätzlich jeder in der Tasche mit sich führen kann, soll alles viel einfacher werden. Mit dem Blockchain-Handy sollen Nutzer beispielsweise auf kryptofreundlichen Internetseiten einkaufen können. Dabei verspricht man eine hohe Sicherheit. Finney-Geräte – unter dieser Marke sind Smartphones und PCs geplant – seien die ersten, die auf der als unknackbar geltenden Blockchaintechnik aufsetzen. Sie laufen unter dem weitverbreiteten Handybetriebssystem Android, in Verbindung mit speziellen Cybersicherheitstechnologien. Mit Hilfe eines eigenen physischen Schalters sollen die Besitzer den Online-Zugriff auf die eingebaute digitale Geldbörse („Wallet“) kappen und damit Hackerangriffe erschweren können. Diese sogenannte „Cold Wallet“ gilt als sicherer als eine „Hot Wallet“, die jederzeit über das Internet erreichbar ist.

          Auch Wettbewerber mischen mit

          Sirin hat unter Investoren schon dreistellige Millionenbeträge für die Projektentwicklung eingeworben: 158 Millionen Dollar im Dezember, weitere 70 Millionen Dollar vor kurzem. Das Bitcoin-Smartphone soll im Oktober auf den Markt kommen. Zunächst will man es über eigene Geschäfte vermarkten, später dann über Telekommunikationskonzerne. Billig ist das Gerät nicht. Anfangs werden 999 Dollar angepeilt; später sollen Lizenzvereinbarungen mit anderen Handyproduzenten diesen Preis bis auf 200 Dollar drücken. Unter anderem soll Sirin in Gesprächen mit Huawei stehen.

          Unterdessen haben auch andere den Charme eines Blockchain-Telefons für sich entdeckt – Wettbewerber wie Zippie und Bitvault. Trotzdem bewerten Analysten die Erfolgsaussichten durchaus zwiespältig. Zum einen sei der Bitcoin-Einsatz noch sehr eingeschränkt, zum anderen wird auf die Gefahr verwiesen, sein virtuelles Geld ständig mit sich zu tragen. Kriminelle könnten Finney-Besitzer kidnappen und sich gewaltsam Zugang zu den virtuellen Wallets verschaffen, so die Befürchtung.

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