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Missbrauch von Marktmacht : Italiens Kartellbehörde ermittelt gegen Google

  • Aktualisiert am

Der Hauptsitz von Google im kalifornischen Mountain View Bild: AP

Die Behörde prüft, ob der Internetriese seine technischen Fähigkeiten und seine Größe missbräuchlich für Online-Werbung ausnutzt. Es geht um Milliardenumsätze.

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          Italiens Wettbewerbshüter ermitteln gegen den Internetriesen Google wegen des Verdachts auf Missbrauch der Marktmacht im Zusammenhang mit Onlinewerbung. Wie die Wettbewerbsbehörde in Rom am Mittwoch mitteilte, wurden entsprechende Untersuchungen gegen das Unternehmen eröffnet, das zur amerikanischen Mutter Alphabet gehört. Zusammen mit der Finanzpolizei seien am Vortag Inspektionen in den Büros von Google in dem Mittelmeerland vorgenommen worden.

          Den Angaben der Kartellbehörde zufolge geht es um den Verdacht, dass Google mit seinen Praktiken beim Sammeln von Daten in Italien gegen die EU-Vorschriften über den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung (Artikel 102 AEUV) verstoßen könnte. Dadurch seien möglicherwewise der Wettbewerb geschwächt und Verbraucherinteressen betroffen gewesen. Es gehe um den Umgang mit der Entschlüsselung von ID-Kenndaten und das Sammeln von Daten über Menschen, die Online-Artikel und die darum platzierte Werbung angucken. Hier wird untersucht, ob Google seine technischen Fähigkeiten und seine Größe missbräuchlich ausnutzt. Die Behörde bezifferte den Umsatz mit Online-Werbung im Jahr 2019 in Italien auf mehr als 3,3 Milliarden Euro.

          Durch die sogenannten Internet-Cookies, mit denen Informationen gespeichert werden, könnten Werbetreibende, Agenturen und Werbevermittler wichtige Daten für die Konsumentscheidung des Benutzers von Internetseiten erfassen, erläuterte die Behörde. Diese Informationen könnten anschließend für personalisiere Kampagnen genutzt werden. Zusätzlich zu diesen Daten verfüge Google über mehrere Hilfsmittel, mit denen ein Interessenprofil von Nutzern ermittelt werden könne.

          Der Europäische Verlegerrat (EPC) begrüßte die Untersuchung der italienischen Wettbewerbshüter. „Google ist sowohl auf der Kauf- als auch auf der Verkaufsseite der Werbung dominant und kann durch seine konkurrenzlose Position und Datenkolonisierung das System zu seinem eigenen Vorteil nutzen“, sagte EPC-Direktorin Angela Mills Wade. Dies benachteilige die Verleger und letztlich ihre Leser, da weniger Werbeeinnahmen zu geringeren Investitionen in den Journalismus führten, was sich langfristig schädlich auf die Medienvielfalt auswirke.

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