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Allianz-Umfrage : Immer mehr Unternehmen sehen Hackerangriffe als größte Bedrohung

IT-Sicherheit-Wissenschaftler trainieren im neuen Cybersicherheitszentrum „Athene“ in Darmstadt. Bild: dpa

Die Angst vor Cyberattacken wächst: Mittlerweile werden IT-Gefahren als das größte Geschäftsrisiko eingestuft, wie eine Umfrage der Allianz unter Unternehmen zeigt. Doch eine andere Gefahr rückt auf.

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          Viele Kunden der DKB haben in der vergangenen Woche die Homepage der Bank nicht erreicht. Grund war offenbar ein Angriff von Hackern. „Die wechselnden Muster eines akuten Cyberangriffs auf einen Dienstleister der DKB erforderten kontinuierliche Anpassungen der IT-Systeme“, teilte die Direktbank der Bayern LB mit. „Die Art und Intensität dieses Cyberangriffes zeugt von einem kriminellen Hintergrund. Die zuständigen Behörden sind bereits aktiv“, hieß es.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Die DKB ist beileibe kein Einzelfall. Immer häufiger werden Unternehmen Opfer von Hackerattacken. Da verwundert es nicht, dass die IT-Gefahren mittlerweile die größten Geschäftsrisiken in Deutschland sind. Das ist jedenfalls das Ergebnis des sogenannten Allianz Risk Barometer, das der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Speciality (AGCS) am Montag veröffentlicht hat. Erstmals haben die Kunden der Allianz in dieser jährlichen Umfrage die Cyberkriminalität als größte Bedrohung eingestuft. Mit 39 Prozent der Antworten wurde dieses Risiko noch häufiger genannt als das Risiko einer Betriebsunterbrechung.

          Das Risiko ist ganz real, tatsächlich verursachen Cybervorfälle nach Einschätzung der Allianz-Risikomanager immer größere Schäden. „Wir beobachten immer mehr Ransomware-Attacken mit Lösegeldforderungen, die sich zunehmend gegen große Unternehmen richten“, sagte Jens Krickhahn, bei der AGCS für Zentral- und Osteuropa zuständig, in einer Telefonkonferenz. „Vor fünf Jahren hatte eine typische Lösegeldforderung noch rund 10.000 Euro betragen. Jetzt sind es in der Regel Millionen-Beträge.“

          Der Klimawandel rückt auf

          Die Spezialisten der AGCS untersuchen seit neun Jahren die wichtigsten Risiken für Unternehmen in aller Welt und befragen dazu die Risikofachleute aus verschiedenen Branchen. Im vergangenen Jahr wurden 2700 Fachleute aus 100 Ländern befragt. Neben Cybervorfällen und Betriebsunterbrechungen ist der Klimawandel eine der weiteren, großen Herausforderung für Unternehmen im neuen Jahrzehnt. „Natürlich gibt es noch viele weitere Schadens- und Störszenarien, mit denen sich Unternehmen auseinandersetzen müssen. Wenn sich Vorstände und Risikomanager jedoch nicht mit Cyber- und Klimarisiken beschäftigen, könnte dies die operative Leistung, die Finanzergebnisse und die Reputation ihrer Unternehmen maßgeblich beeinträchtigen“, sagte Joachim Müller, der Vorstandsvorsitzende der AGCS.

          In der Umfrage ist der Klimawandel der große Aufsteiger: In der Region Asien-Pazifik zählt er schon zu den Top-3-Risiken, zumal in Ländern wie Australien, Hong Kong, Indien und Indonesien die negativen Auswirkungen von Erderwärmung und Extremwetter schon spürbar seien, wie es bei der AGCS heißt.

          Unternehmen in aller Welt fürchten vor allem einen Anstieg von Sachschäden durch Stürme oder Überschwemmungen sowie betriebliche Folgen wie etwa höhere Kosten für Kühlung. Deutsche Unternehmen sorgen sich hingegen stärker wegen strategischer Marktveränderungen als Folge des Klimawandels sowie verschärfter Regulierung, darunter der Wandel zur Elektromobilität oder neue Emissionsvorschriften. „Die Unternehmen sind sich zunehmend bewusst, dass die Auswirkungen einer globalen Erwärmung über zwei Grad Celsius dramatisch sein werden“, sagte AGCS-Manager Chris Bonnet.

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