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Investition in Start-up : Die Bahn macht sich auf den Weg ins All

Bald auch ein fahrplanmäßiges Ziel? Der Mond. Bild: dpa

Statt notorischer Verspätung nun „echte Pionierleistung“? Bahn-Technikchefin Sabina Jeschke jedenfalls ist sehr angetan von der jüngsten Investition des Staatskonzerns.

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          Es gibt ja kaum etwas Erdverbundeneres als die Eisenbahn. Das merken Fahrgäste auf den Schnellfahrstrecken kaum noch. Hier schweben die ICE-Züge zwischen zwei Tunneln mit Tempo 300 über Mittelgebirgstäler einfach so hinweg. Allzu häufig läuft es freilich nicht so wie gefahrplant. Wenn – wie vergangene Woche – die Hochgeschwindigkeit wieder auf Rheintalromantik reduziert wird, dann ist die Erdung des Transportmittels mehr als spürbar.

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Davon will die Deutsche Bahn freilich nichts wissen. Das hört sich, zu Recht, irgendwie nach Langsamfahrstelle an, nach Begrenzung. Unter diesem Aspekt ist es nur verständlich, dass die Deutsche Bahn ganz hoch hinaus will. Das legt zumindest die Presseinformation des Konzerns vom Montag nahe. In der Überschrift ist nicht die Rede von modernisierten Bahnhofshallen oder pünktlicheren Zügen. Nein, dort findet sich das Wort „All“.

          Böse Zungen werden nun mutmaßen, im Bahntower sei die Luft ganz oben wohl so dünn, dass sie der Marketingabteilung die Sinne raube. Das Gegenteil ist richtig. Digitalisierungs- und Technikvorstand Sabina Jeschke will zeigen, dass ihr Unternehmen auf der Höhe der Zeit ist. Dafür hat der steife Megakonzern, der sich organisatorisch eher mit dem Tempo einer Regionalbahn bewegt, vor einiger Zeit einen kleinen Schnellzug namens DB Digital Ventures eingerichtet. Dessen Aufgabe ist es, mit Wagniskapital „neue digitale Geschäftsmodelle“ zu fördern.

          Die Verantwortlichen scheuen dabei selbst vor dem Weltraum nicht zurück. Die jüngste Beteiligung von DB Digital Ventures trägt einen vielversprechenden Namen. Das Unternehmen heißt Kepler und bietet den Angaben zufolge eine „innovative Satellitentechnologie zur schnellen und sicheren Datenübertragung“: Nano-Satelliten senden Daten des Internets der Dinge „rund um den Globus“. Das klingt erstaunlich ambitioniert für eine 2015 gegründete Firma aus Toronto mit 20 Mitarbeitern. Doch in Berlin setzt man große Hoffnungen auf die Kanadier, die „140 Kleinsatelliten in Brotdosen-Größe in eine erdnahe Umlaufbahn“ bringen. Diese Lösung ermögliche globale Standortbestimmungen, auch über den Zustand von Waren bei einem Transport mit Güterzügen oder Lastern durch mehrere Länder. So könnten von 2022 an rollende Container über Sensoren nahezu in Echtzeit kommunizieren.

          Klingt gut, aber auch teuer – und braucht es wirklich „Internet aus dem All“? Für Sabina Jeschke keine Frage. Unterbrechungsfreie Echtzeitkommunikation sei die Grundlage für alle weiteren Fortschritte bei der Digitalisierung, und mit dem Satellitennetzwerk mache Kepler das Internet der Dinge auf der ganzen Welt verfügbar, unabhängig von Mobilfunkmasten, Ländergrenzen und Roaming-Abkommen, doziert die Managerin und lobt: „Eine echte Pionierleistung mit großem Potential, insbesondere für internationale Gütertransporte und die Logistik.“ Über solche Beteiligungen partizipierten DB-Kunden übrigens an digitalem Fortschritt, heißt es am Ende der Mitteilung, falls noch irgendjemand Zweifel hegen sollte. Vielleicht hebt das Ganze ja irgendwann sogar die lästige Erdverbundenheit der Eisenbahn auf und sorgt für notorisch pünktliche Züge.

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