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Brief an den Kongress : Plädoyer für den Erhalt der Netzneutralität in Amerika

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Die Federal Communications Commission (FCC) steht im Zentrum der Kritik. Der Eingang zum Gebäude der amerikanischen Telekommunikationsaufsicht in Washington Bild: dpa

Der Mitbegründer von Apple und der Gründer des World Wide Web warnen die Abgeordneten des amerikanischen Kongresses in einem öffentlichen Schreiben davor, die Netzneutralität aufzugeben.

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          In einem offenen Brief an den amerikanischen Kongress haben sich 21 Internet-Pioniere für die weitere Gleichberechtigung von Daten im Netz ausgesprochen. Unter anderem Apple-Mitgründer Steve Wozniak und Tim Berners-Lee, der das World Wide Web begründet hat, appellieren in dem Schreiben an die Telekommunikationsaufsicht FCC, die für Donnerstag geplante Abstimmung zur Abschaffung der Netzneutralität abzusagen. Der Brief ist überschrieben mit dem Titel „Sie wissen nicht, wie das Internet funktioniert“.

          Der Grundsatz der Netzneutralität besagt, dass alle Daten gleich behandelt werden müssen. So ist es Netzbetreibern wie AT&T, Verizon oder Comcast bislang untersagt, bestimmten Datenverkehr zu blockieren oder zu verlangsamen, um anderen Inhalten etwa gegen Entgelt Vorrang im Netz zu geben.

          FCC-Chef Ajit Pai verspricht höhere Investitionen in die Telekom-Infrastruktur durch die Lockerung dieser Regulierung. Internet-Firmen warnen dagegen vor einer Verzerrung des Wettbewerbs, wenn Netzbetreiber kostenpflichtige Überholspuren einführen sollten.

          Der Vorschlag der amerikanischen Telekommunikationsaufsicht basiere auf einem fehlerhaften Verständnis von Internet-Technologie, so die Autoren des Briefes. Der übereilte und technisch falsche Vorschlag zur Abschaffung der Netzneutralität bedeute eine unmittelbare Bedrohung für das Internet.

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