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Sicherheitslücke : Amerikanisches Sicherheitsteam nimmt drastische Warnung zurück

  • Aktualisiert am

Das Angriffsszenario „Meltdown“ betrifft nur Chips von Intel, „Spectre“ dagegen auch alle anderen Computerchips. Bild: STEINBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Das Computer-Unternehmen Intel vermeldet die ersten Erfolge in der Bekämpfung der Sicherheitslücke in Computerchips. Software-Updates sollen das Problem „mildern“.

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          Intel und seine Softwarepartner machen nach eigenen Angaben deutliche Fortschritte bei ihren Bemühungen, die massive Sicherheitslücke in Computerchips zu stopfen. Das Unternehmen habe inzwischen Updates für alle Intel-basierten Systeme entwickelt, die vor den beiden Angriffsszenarien „Meltdown“ und „Spectre“ schützen, teilte Intel mit. In der Nacht zum Freitag erklärte Amazon zudem, dass alle Bereiche seiner virtuellen Server (EC2), die auf Linux oder Windows laufen, inzwischen geschützt seien. In den meisten Fällen seien auch keine Performance-Einbußen zu verzeichnen gewesen.

          Auch Microsoft, Apple und Google hätten bestätigt, dass die eingespielten Updates für die überwiegende Mehrzahl der Nutzer und Kunden kaum oder gar nicht bemerkbar seien dürften. Ursprünglich war vermutet worden, dass Systeme bis zu 30 Prozent langsamer werden könnten. Intel war zuletzt davon ausgegangen, dass die Performance-Einbußen höchstens zwei Prozent betragen würden.

          Für einen Großteil seiner Prozessoren, die in den vergangenen fünf Jahren ausgeliefert wurden, seien Updates schon veröffentlicht worden, teilte Intel mit. Bis Ende kommender Woche sollen dann mehr als 90 Prozent dieser Chips sicher sein. Die von Sicherheitsforschern schon letzten Sommer entdeckte Lücke steckt direkt im Design der Hardware. Sie besteht darin, dass Betriebssysteme für eine beschleunigte Arbeit der Programme vorab Informationen aus dem Kern des Chips beziehen.

          Über den gleichen Weg könnten aber auch Angreifer auf die im Chip gespeicherten sensible Daten wie etwa alle genutzten Passwörter zugreifen, ohne Spuren zu hinterlassen. Das staatliche Computersicherheitsteam der Vereinigten Staaten hat von seiner drastischen Warnung vom Donnerstag allerdings Abstand genommen. Dort hatte es zunächst geheißen, Updates würden das Risiko von Attacken abmildern. Und weiter: „Um die Schwachstelle vollständig zu entfernen, muss der Prozessor ausgetauscht werden.“ Dieser Satz ist inzwischen von der Internetseite des Sicherheitsteams verschwunden.

          Lesen Sie hier, was aus technischer Sicht genau hinter der Sicherheitslücke steckt.

          Am Donnerstagabend war bekannt geworden, dass auch Geräte von Apple betroffen sind, also alle iPhones, iPads und Mac-Computer. Ein Software-Update für den eigenen Internet-Browser Safari solle diese Einfallstore für Hacker in Kürze schließen, teilte der Konzern mit. Es werde in den nächsten Tagen bereitgestellt.

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