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Auch in Deutschland : Instagram versteckt überall auf der Welt die Like-Anzahl

Die Like-Anzahl wird versteckt, zumindest für vom Test betroffene Nutzer. Bild: AFP

Auch in Deutschland können einige Nutzer jetzt nicht mehr sehen, wie viele Likes die Posts anderer Leute bekommen haben. Das soll den Wettbewerb reduzieren. Wissenschaftler sind skeptisch.

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          Instagram versteckt ab heute überall auf der Welt für einige Nutzer die Like-Anzahl. Damit können auch einige Deutsche nicht mehr sehen, wie viele Menschen die Posts anderer Leute geliked haben.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Nutzer, die Teil des Tests sind, sehen nicht mehr die Gesamtzahl der Likes und Views von Fotos und Videos anderer in ihrem Feed. Nur die Likes für die eigenen Beiträge bleiben für sie sichtbar“, sagt Instagram-Managerin Tara Hopkins.

          Der Test läuft in einigen Ländern schon seit einigen Monaten. Zunächst startete er in Kanada, im Juli versteckte Instagram auch in Australien, Brasilien, Irland, Italien, Japan und Neuseeland für einige Leute die Like-Anzahl. Berichten zufolge arbeitet der Konzern auch daran, auf der Plattform Facebook die Like-Anzahl nicht mehr anzuzeigen.

          Weniger Druck

          „Auch wenn das Feedback aus den ersten Tests bereits positiv war, bedeutet dies eine grundlegende Änderung für Instagram. Daher ist es uns sehr wichtig, noch mehr Feedback von unserer globalen Community einzusammeln“, sagt Hopkins. Man wolle den Nutzern „helfen, sich auf ihre geteilten Fotos und Videos konzentrieren zu können – und nicht darauf, wie viele Likes sie bekommen“.

          Instagram, das zum Facebook-Konzern gehört, untersucht parallel zu den Tests, ob die Nutzer sich durch die Änderungen „weniger unter Druck gesetzt“ fühlen, erklärte Instagram-Chef Mosseri Anfang Juli im Gespräch mit der F.A.Z. „Wir wollen nicht, dass Instagram ein Wettbewerb ist.“ Er könne auch damit leben, wenn die Nutzer dadurch weniger Zeit auf Instagram verbringen würden. Denn würden die Menschen „die Zeit viel mehr schätzen, in der sie sich dort aufhalten, könnte das ein guter Tausch für uns sein“, sagte er.

          Der Medienökonom Hennig-Thurau sieht den Instagram-Test dagegen mit Skepsis: „Das wird nicht funktionieren“, sagt er. „Wir Nutzer brauchen Heuristiken, die uns schnell gute Entscheidungen ermöglichen. Einzelne Posts anschauen und dann ihre wahre Schönheit und Qualität bewerten, das ist uns viel zu aufwendig. Das ist kein Ersatz für eine simple Heuristik wie die Anzahl an Likes.“

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