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Cyberkriminalität : Nur covid.com ist völlig harmlos

Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, macht ein Selfie mit einem Roboter. Bild: dpa

Internetkriminelle müssen sich derzeit keine Sorgen um ihr Geschäft machen. In der Krise nutzen sie schamlos die schwierige Lage aus und profitieren.

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          Die Weltkarte der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität, die die Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 illustriert, ist seriös und inzwischen wohlbekannt. Viele Internetnutzer halten sich mittels dieses Informationsangebots täglich über die internationalen Fallzahlen auf dem Laufenden. Davon versuchen Onlinegauner zu profitieren. Eine Hackergruppe in den Vereinigten Staaten hat eine Kopie dieser Karte produziert, um Computersysteme mit Schadsoftware zu infizieren. „Domains wie zum Beispiel corona-virus-map.net oder corona-map-data.com sind aktiv mit Malware-Downloads verlinkt und damit eindeutig Cyberkriminellen zuzuweisen“, weiß Michael Veit vom Sicherheitsdienstleister Sophos: „Der Informationsbedarf rund um die Pandemie wird von den Hackern schamlos ausgenutzt.“

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das ist keine Übertreibung geschäftstüchtiger Anti-Viren-Hersteller. In dieser Woche hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik offiziell Alarm geschlagen. Das BSI beobachtet demnach „aktuell eine Zunahme von Cyberangriffen mit Bezug zum Coronavirus auf Unternehmen und Bürger“. So würden die Opfer unter anderem per E-Mail aufgefordert, persönliche oder unternehmensbezogene Daten auf gefälschten Webseiten preiszugeben. Die Cyberkriminellen wissen dabei ganz genau, wo sie ansetzen müssen. Sie geben sich als Institutionen zur Beantragung von Soforthilfegeldern aus. Tatsächlich fließen im schlimmsten Fall die Gelder in die andere Richtung: „Die betrügerisch erlangten Daten werden anschließend für kriminelle Aktivitäten missbraucht“, so das BSI.

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