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Wem gehört der Konzern? : Huawei wehrt sich gegen Vorwurf der Staatsnähe zu China

Firmenlogo von Huawei Bild: AFP

Der umstrittene chinesische Netzwerkausrüster äußert sich erstmals ausführlich zur Frage, wem der Konzern eigentlich gehört. Den Vorwurf, das Unternehmen werde von Peking kontrolliert oder finanziert, hält der Huawei-Vorstandssekretär für absurd.

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          Der Technologiekonzern Huawei aus dem südchinesischen Shenzhen, der wegen Spionagevorwürfen der amerikanischen Regierung weltweit unter Druck steht, hat sich gegen Vorwürfe gewehrt, das Unternehmen werde nicht wie offiziell dargestellt von den Mitarbeitern kontrolliert, sondern in Wahrheit von der Staatsführung in Peking.

          Hendrik Ankenbrand
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          In einer Pressekonferenz in der Firmenzentrale sagte Vorstandssekretär Jiang Xisheng, Huawei gehöre den Angestellten und werde auch von diesen kontrolliert. „Das ist der Grund, warum wir in den vergangenen drei Jahrzehnten unabhängig bleiben konnten“, sagte Jiang.

          Intransparente Struktur

          Das Unternehmen reagierte damit erstmals ausführlich auf die bereits seit langem im Raum stehende Frage, wem der Netzwerkausrüster eigentlich gehört. Huawei ist nicht an der Börse notiert und gilt selbst Fachleuten als reichlich intransparent. Die Eigentümerschaft ist zum Politikum geworden seitdem Washington dem Unternehmen vorwirft, es werde in Wahrheit von der Kommunistischen Partei kontrolliert und müsse aufgrund der autoritären Machtstrukturen in China für die Staatsführung seine Kunden im Ausland ausspionieren.

          Das hat dazu geführt, dass Amerika von seinen Verbündeten verlangt, den chinesischen Anbieter beim Bau der neuen superschnellen 5G-Netze außen vor zu lassen, um damit etwa möglichen Sabotageakten Pekings entgegentreten zu können.

          Aufsatz stellt Angaben in Frage

          In der vergangenen Woche hatte ein wissenschaftlicher Aufsatz zweier amerikanischer Professoren für Aufsehen gesorgt. In diesem werfen der früher lange in Shenzhen lebende Ökonom Christopher Balding von der Fulbright University Vietnam und Donald C. Clarke von der George Washington University dem Konzern vor, das 99 Prozent seiner Anteile nicht wie stets offiziell behauptet den Mitarbeitern gehörten, sondern einer Gewerkschaft, von der auszugehen sei, dass sie wie alle Gewerkschaften in China von der Partei kontrolliert werde. Damit sei der Einfluss Pekings auf das Unternehmen institutionell gesichert.

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          Huawei-Manager Jiang Xisheng versuchte am Donnerstag diesen Eindruck zu zerstreuen. Die Konzentrierung der Anteile der Mitarbeiter in einer Gewerkschaft sei nur ein Kunstgriff, um entsprechenden Gesetzen in China zu genügen. Der Staat habe auf diese Einrichtung keinen Einfluss, die allenfalls harmlosen Aktivitäten wie der Organisation von Basketballspielen und Badminton-Turnieren im Konzern nachgehe.

          „Virtuelle Aktien“

          Dem Manager zufolge besäßen 97.000 aktuelle und ehemalige Huawei-Mitarbeiter so genannte „virtuelle Aktien“ des Konzerns, die sie nach der Erreichung gewisser Ziele mit eigenem Geld kaufen dürfen. Diese Aktien beteiligen die Mitarbeiter der Darstellung nach an der jährlichen Dividendenausschüttung, die im vergangenen Geschäftsjahr 23,3 Milliarden Yuan oder 3,07 Milliarden Euro betragen hat bei einem Gesamtgewinn von 59,3 Milliarden Yuan oder 7,9 Milliarden Euro.

          Alle fünf Jahre dürfen die Anteilseigner dem Unternehmen zufolge in einer betriebsweiten Wahl für Kandidaten stimmen, die in einer Vertretung dann über Stimmrechte im Vorstand verfügen und zum Beispiel über die Höhe der Dividende abstimmen.

          Klar ist allerdings auch, dass der Gründer von Huawei Ren Zhengfei, ein ehemaliger Soldat der Volksbefreiungsarmee, zwar nur über ein Prozent der Anteile am Konzern verfügt, aber dennoch mit seinem Veto viele Entscheidungen im Vorstand blockieren kann.

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