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Amerika gegen China : Huawei: Uns gehen die eigenen Hightech-Chips aus

  • Aktualisiert am

Huawei-Manager Richard Yu auf der Ifa 2019 in Berlin. Bild: Reuters

Die amerikanische Regierung geht gegen den chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei vor. Ein ranghoher Manager gibt zu, wie bedrohlich das für das Unternehmen ist.

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          Die amerikanische Regierung bekämpft den chinesischen Tech-Konzern Huawei in zwei Bereichen. Sie drängt einerseits verbündete Staaten rund um den Globus dazu, den neuen Mobilfunkstandard 5G ohne Huawei-Technologie einzurichten. Andererseits sanktioniert sie die bislang erfolgreiche Handysparte des Unternehmens, zum Beispiel fehlt Googles Play-Store auf den neuen Geräten. Damit, so schien es lange Zeit, konnte sich Huawei indes arrangieren, zumindest einigermaßen.

          Im Mai wiederum erhöhte die Administration in Washington den Druck auch in der Halbleiter-Industrie. Das hat nun offenkundig tatsächlich gravierende Folgen für Huaweis Handyproduktion, wie ein führender Manager am Wochenende mitteilte.

          „Unglücklicherweise haben unsere Chiphersteller in der zweiten Runde der amerikanischen Sanktionen Bestellungen nur bis zum 15. Mai angenommen“, sagte Richard Yu nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP auf der Konferenz “China Info 100“. Und er sagte weiter: „Die Produktion wird am 15. September eingestellt. Dieses Jahr könnte die letzte Generation von Huawei Kirin High-End-Chips sein.“

          Gegen Tiktok und Wechat

          Huawei verfügt selbst nicht über eigene Chipfabriken. Die IT-Ingenieure des Unternehmen haben allerdings den fortschrittlichen Kirin-Chip entwickelt und den in Taiwan sitzenden, auf der ganzen Welt führenden Auftragsfertiger TSMC damit beauftragt, ihn herzustellen.

          Die Führung von TSMC wiederum teilte unlängst mit, auf die neuen amerikanischen Sanktionen reagiert zu haben – und keine weiteren Aufträge von Huawei mehr anzunehmen. Huawei-Manager Yu hat das nun mit drastischen Worten bestätigt. „Das ist ein großer Verlust für uns.“

          Besonders betroffen davon dürfte das Huawei-Smartphone Mate 40 sein, das der Konzern eigentlich im September als neues Flaggschiffprodukt vorstellen wollte. Yu sagte nicht, für wie viele Geräte die derzeit noch produzierten und in den Lagern befindlichen Kirin-Chips ausreichen. Er machte auch keinen Hinweis, was eine Alternative sein könnte.

          Die Sanktionen in der Halbleiter-Branche sind eine Eskalationsstufe in der Auseinandersetzung zwischen den Vereinigten Staaten und China. Nach der chinesischen Hardware knöpfte sich die Trump-Regierung zuletzt indes auch Software aus Fernost vor – sie kündigte an, das gerade unter Jugendlichen beliebte soziale Netzwerk Tiktok zu verbannen, dessen Muttergesellschaft nun mit Microsoft einen Verkauf aushandelt. Zudem geht sie gegen die Allzweck-App Wechat vor, die zum chinesischen Tencent-Konzern gehört und wie kaum ein anderes Angebot den technischen Fortschritt der Volksrepublik symbolisiert.

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