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Amerika gegen China : Huawei: Für uns geht es jetzt ums Überleben

Huawei ist mittlerweile der zweitgrößte Smartphone-Hersteller der Welt. Bild: AFP

Die amerikanische Regierung hat neue Sanktionen gegen den chinesischen Tech-Konzern erlassen. Der antwortet mit einer dramatischen Warnung, die auch Deutschland betrifft.

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Der chinesische Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei hat die Exportbeschränkungen der Vereinigten Staaten als dramatisch und geschäftsschädigend bezeichnet. „Wir werden alles in Bewegung setzen, um Lösungen zu finden“, teilte das Unternehmen am Montag mit. Chairman Guo Ping sagte, für Huawei gehe es um das „Überleben“. Huawei habe alle Regeln und Vorschriften der amerikanischen Regierung eingehalten sowie Forschung und Entwicklung ausgebaut.

          „Diese Entscheidung war willkürlich und droht, der gesamten Branche global Schaden zuzufügen“, warnte Guo Ping auf der jährlichen Analysten-Konferenz. „Diese neue Regel wird sich auf den Ausbau, die Wartung und den kontinuierlichen Betrieb von Netzen im Wert von Hunderten von Milliarden Dollar auswirken, die in mehr als 170 Ländern unsere Technologie nutzen.“

          Huawei entwickelt inzwischen zwar verstärkt eigene Prozessoren, ist aber in der Herstellung durch Auftragsproduzenten wie den taiwanesischen Konzern TSMC auf Technologien angewiesen, die in Amerika entwickelt wurden. Huawei könnte mit seinem Chip-Design auf Zulieferer in der Volksrepublik China ausweichen. Hersteller wie die Semiconductor Manufacturing International Corporation (SMIC) hinken nach Experteneinschätzungen aber aktuellen technischen Entwicklungen zwei bis drei Jahre hinterher.

          Trump argumentiert mit nationaler Sicherheit

          Am Freitag hatte das Handelsministerium in Washington erklärt, Chiphersteller dürften keine Halbleiter an den zweitgrößten Produzenten von Mobiltelefonen auf der ganzen Welt liefern, sofern diese auf Software und Technologie aus den Vereinigten Staaten beruhten. Eine entsprechende Ausfuhrvorschrift werde ergänzt, weil Huawei bisherige Exportkontrollen unterlaufe.

          Schon im vergangenen Jahr hatte die amerikanische Regierung unter Präsident Donald Trump Huawei auf eine schwarze Liste gesetzt. Huawei benötigt die Chips für seine Smartphones und Netzwerk-Ausrüstung.

          In einer weiteren Maßnahme hatte Trump Geschäfte amerikanischer Unternehmen mit den chinesischen Netzwerkausrüstern Huawei und ZTE untersagt. Er verlängerte ein Dekret, mit dem er einen Nationalen Notstand ausrief und Geschäfte zwischen amerikanischen Unternehmen und ausländischen Konzernen verbot, die die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten gefährden könnten.

          Amerikanische Geheimdienste werfen dem Marktführer Huawei und ZTE vor, Verbindungen zur Regierung in Peking zu pflegen. Sie vermuten, Ausrüstung oder Handys dieser Hersteller könnten Spionen eine Hintertür öffnen, um an Staats- und Firmengeheimnisse zu gelangen oder kritische Infrastruktur lahmzulegen.

          Huawei weist dies vehement zurück. Beweise gibt es bisher nicht. Die Streitigkeiten finden auf höchster politischer Ebene statt. Die Spannungen zwischen Washington und Peking wirkten sich auch an den Weltbörsen bisweilen gravierend aus. Angesichts der Verlängerung der amerikanischen Maßnahmen drohte die Volksrepublik mit Vergeltungsmaßnahmen beispielsweise gegen Apple und Cisco.

          Auf die Angebote von Huawei wiederum greifen Staaten rund um den Globus zurück. In Deutschland setzt beispielsweise die Telekom Huawei-Technik ein für die Mobilfunknetze. Dabei geht es um den schon bestehenden Standard 4G. Eine Sicherheitsdebatte entbrannt ist um den nächsten Standard 5G. Hierzu hat die Bundesregierung nun den Entwurf eines neuen IT-Sicherheitsgesetzes vorgelegt, in dem Richtlinien genannt werden für Hersteller, die sich am Aufbau beteiligen wollen. Die amerikanische Regierung hat auch Deutschland schon mehrfach davor gewarnt, auf Huawei zurück zu greifen.

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