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Chinesischer Konzern : Afrikanische Union kooperiert mit Huawei

Die Zentrale der Afrikanischen Union in Addis Abeba Bild: AFP

Huawei steht im Westen in der Kritik und im Zentrum des Handelsstreits. Doch in Afrika macht der chinesische Konzern weiterhin gute Geschäfte – und verlängert jetzt eine Kooperation mit der Afrikanischen Union.

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          Während sich der Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China zuspitzt, stellt der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei die Weichen für sein Geschäft in Afrika. Wie das Unternehmen mitteilte, verlängerte es ein im Februar 2015 geschlossenes Grundsatzabkommen mit der Afrikanischen Union (AU) um weitere drei Jahre. Ziel sei eine verbesserte Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Breitbandnetzen, dem Internet der Dinge, dem Cloud Computing, dem neuen Mobilfunkstandard 5G und künstlicher Intelligenz. Afrika gilt als größter Wachstumsmarkt für die Mobilfunkbranche. Nicht nur wächst die Bevölkerung stark, die Verbreitung von Mobiltelefonen und Smartphones liegt auch unter dem globalen Durchschnitt.

          Claudia Bröll

          Freie Autorin für die Wirtschaft in Südafrika.

          Mehr als der Inhalt sorgt der Zeitpunkt der Vereinbarung für Aufsehen. Vor zwei Wochen hatte die amerikanische Regierung Huawei auf eine „schwarze Liste„ gesetzt, weil sie befürchtet, dass deren Technik für Spionage und Sabotage genutzt werden könnte. Zahlreiche Zulieferer sahen sich daraufhin gezwungen, ihre Geschäftsbeziehungen zu Huawei einzustellen. Auch der Internetkonzern Google kündigte an, bis auf weiteres die Lieferung von Schlüsseltechnologie an den chinesischen Konzern einzustellen. Im Gegenzug drohte die chinesische Regierung ihrerseits Handelsbeschränkungen an.

          Huawei hinter Samsung

          Das Abkommen mit der AU sei wohl auch Teil der seit längerem von dem chinesischen Mobilfunkkonzern verfolgten Strategie, seine Unabhängigkeit von den Vereinigten Staaten hervorzuheben, sagte Arthur Goldstuck von der Beratung Worldwideworx in Johannesburg der F.A.Z. Die Afrikanische Union ist die wichtigste Vereinigung von 55 afrikanischen Staaten. Sie baut zwar selbst keine Mobilfunknetze, aber sie setzt sich beispielsweise für einheitliche Standards über Ländergrenzen hinweg ein. „Die Afrikanische Union ist im übertragenen Sinne das Öl, das die Räder in diesem Geschäft mit am Laufen hält“.

          Huawei ist schon der Vorreiter beim Aufbau von Mobilfunknetzen in Afrika. Kein anderes Unternehmen arbeite mit so vielen Regierungen und Netzbetreibern in Afrika zusammen, sagt Goldstuck. Dies liege teils an günstigeren Preisen und einer fortschrittlichen Technik. Zudem seien die Chinesen in Infrastrukturprojekten auf jeder Entwicklungsstufe aktiv involviert und arbeiteten eng mit den Betreibern zusammen. Auf dem Markt für Smartphones liege Huawei in Afrika an zweiter Stelle hinter Samsung.

          Nächtlicher Datenraub

          Die Verlängerung des Abkommens kommt eineinhalb Jahre nachdem Huawei in den Verdacht geraten war, an der Spionage geheimer Informationen der Afrikanischen Union beteiligt gewesen zu sein. Im Januar 2018 hatte die französische Zeitung „Le Monde“ berichtet, der von China finanzierte und errichtete AU-Hauptsitz in Addis Abeba in Äthiopien sei über fünf Jahre hinweg ausspioniert worden.

          Mitarbeitern sei der angebliche Datenraub aufgefallen, weil in den Jahren von 2012 bis 2017 in jeder Nacht zwischen 12 und 2 Uhr große Datenmengen nach China transferiert worden seien. Die Computersysteme in der AU-Zentrale seien großenteils von Huawei installiert worden. Außerdem seien in Decken und Wänden Mikrophone entdeckt worden. Ähnliche Aussagen waren auch in anderen Medien aufgetaucht. Sowohl das Unternehmen wie die AU haben die Vorwürfe dementiert.

          Die neue Vereinbarung zeige das Vertrauen der AU in Huawei, sagte Philippe Wang, bei Huawei zuständig für Nordafrika. „Damit wollen wir den Gerüchten über Datendiebstahl durch Huawei-Geräte ein Ende setzen.“ Der Vize-Vorsitzende der AU-Kommission, Thomas Kwesi Quartey, betonte, es sei „essentiell, mit unseren Partnern zusammenzuarbeiten, um die Herausforderungen der digitalen Transformation in Afrika zu meistern.“

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