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Samsung übertroffen : Huawei ist erstmals der größte Handyhersteller der Welt

  • Aktualisiert am

Außerhalb Chinas stehen die Handyverkäufe Huaweis unter Druck. Bild: dpa

Der chinesische Konzern steht international unter Druck. Trotzdem verkaufte er zuletzt mehr Smartphones als die Konkurrenz. Das hat besondere Gründe.

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          Der Technologiekonzern Huawei hat in den zurückliegenden drei Monaten mehr Smartphones verkauft als jedes andere Unternehmen auf der Welt. Das geht aus einer Erhebung des Analyseunternehmens Canalys hervor. Demnach verkaufte der chinesische Hersteller auf der ganzen Welt beinahe 56 Millionen Mobiltelefone während dieser Zeit.

          Damit schnitt er, bezogen auf die Stückzahl, sogar erfolgreicher ab als der langjährige Marktführer Samsung. Den Zahlen zufolge liegt mit Huawei zudem erstmals seit neun Jahren ein anderes Unternehmen an der Spitze der Smartphone-Verkäufer als Samsung oder Apple.

          „Dies ist ein bemerkenswertes Ergebnis, das vor einem Jahr nur wenige Leute vorhergesagt hätten“, kommentierte Canalys-Fachmann Ben Stanton, und er fügte hinzu: „Wäre Covid-19 nicht gewesen, wäre es nicht passiert.“

          Probleme außerhalb Chinas

          Huawei habe die Erholung der chinesischen Wirtschaft genutzt, um das Smartphone-Geschäft wieder anzukurbeln. „Samsung ist in China mit einem Marktanteil von weniger als 1 Prozent nur sehr gering vertreten und hat erlebt, wie seine Kernmärkte wie Brasilien, Indien, die Vereinigten Staaten und Europa von Ausbrüchen und anschließenden Abriegelungen heimgesucht wurden.“

          Tatsächlich ist indes fraglich, ob Huawei sich nachhaltig an der Spitze wird halten können. Denn in den neuen Zahlen zeigen sich auch die Folgen des Vorgehens der amerikanischen Regierung gegen den Konzern, der nicht nur Handys herstellt, sondern auch der bislang wichtigste Netzwerkausrüster der Welt ist, wenn es etwa um den neuen Mobilfunkstandard 5G geht. Während Huawei wesentlich mehr Handys innerhalb Chinas absetzte, sanken die Verkäufe außerhalb der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt nach den Berechnungen von Canalys um 27 Prozent.

          Noch zu Beginn des vergangenen Jahres verkaufte Huawei innerhalb und außerhalb Chinas beinahe gleich viele Smartphones. Mittlerweile beträgt der Anteil des chinesischen Marktes mehr als 70 Prozent.

          Die Verkäufe des nun zweitplatzierten Konkurrenten Samsung gingen hingegen im zweiten Quartal dieses Jahres um 30 Prozent zurück auf etwas weniger als 54 Millionen Geräte. Experten gehen davon aus, dass sie sich vermutlich wieder erholen, wenn die Coronavirus-Pandemie abebbt.

          Wie der amerikanische Hersteller Apple mit seinem iPhone abschnitt, wird sich wiederum an diesem Donnerstag zeigen. Dann legt der Konzern seine Bilanz für das zweite Quartal vor. Traditionell ist China für den kalifornischen Konzern nicht nur ein bedeutender Produktionsstandort, sondern zugleich auch ein wichtiger Absatzmarkt.

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