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Elektronik-Konzern : Samsung profitiert weiter von Pandemie

Im wichtigen Geschäft mit Smartphones erlebte Samsung die Konkurrenz durch die neue iPhone-Generation mit 5G-Standard des Mitbewerbers Apple. Bild: EPA

Südkoreas Vorzeigeunternehmen erwartet für das Abschlussquartal 2020 einen operativen Gewinnsprung von 25 Prozent auf etwa 6,7 Milliarden Euro. Schon kommende Woche soll das neue Handy-Spitzenmodell vorgestellt werden.

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          Samsung Electronics erwartet für das Schlussquartal des vergangenen Jahres, dass der Betriebsgewinn um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen ist. Das ist ein Zeichen, dass die Corona-Pandemie wie in den Vorquartalen weiter das Geschäft mit Halbleitern und mit Geräten der Verbraucherelektronik antreibt. Die am Freitag vorgelegte Gewinnschätzung lag mit etwa 9 Billionen Won (6,7 Milliarden Euro) ein wenig unter den Prognosen von Analysten. Erwartet wird aber generell, dass die gute Geschäftsentwicklung in diesem Jahr andauern wird. Dafür spricht unter anderem, dass wieder steigende Preise für Speicherchips erwartet werden.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Aus den vorläufigen Angaben folgt, dass Samsung für das Gesamtjahr 2020 einen operativen Gewinnsprung um 30 Prozent auf etwa 36 Billionen Won (27 Milliarden Euro) erwartet. Der Umsatz dürfte um 2,5 Prozent auf rund 236 Billionen Won gestiegen sein. Für das Jahresschlussquartal setzt Samsung ein Umsatzplus von etwa 1,9 Prozent auf 61 Billionen Won an.

          An der Börse in Seoul stieg die Aktie von Samsung am Freitag zeitweise um 3,9 Prozent. Der Anteilschein hat seit Ende Oktober gut 50 Prozent an Wert gewonnen und wird um 86.000 Won auf Rekordhochs gehandelt.

          Homeoffice treibt Geschäft

          Die Bewegung von Angestellten in das Homeoffice und die Flucht von Bürgern vor dem Virus in die eigenen vier Wände haben Kernbereiche des Geschäfts von Samsung angetrieben. Unternehmen und Dienstleister der Telekommunikation rüsteten technisch auf, was den Absatz von Speicherchips und anderen Halbleitern steigerte. Auch Fernseher und andere Geräte der Verbraucherelektronik wurden verstärkt nachgefragt. Deutlich wird das unter anderem daran, dass Samsung weiter LCD-Bildschirmpanele bauen wird, obwohl die Koreaner diese Produktion ursprünglich zugunsten der kontrastreicheren OLED-Technik einstellen wollten.

          Wichtige Einflüsse im Jahresschlussquartal waren nach Einschätzung von Analysten sinkende Preise für Speicherchips und die Aufwertung des koreanischen Won gegenüber dem Dollar, die das Quartalsergebnis in heimischer Währung drückt. Im wichtigen Geschäft mit Smartphones erlebte Samsung die Konkurrenz durch die neue iPhone-Generation des Mitbewerbers Apple, der erstmals auch Geräte des neuen 5G-Standards im Angebot hat. Nach einer Schätzung des Marktforschungsinstituts Strategy Analytics hat Samsung im vergangenen Jahr 41 Millionen 5G-Geräte ausgeliefert, gegenüber 52 Millionen von Apple und 80 Millionen des chinesischen Unternehmens Huawei.

          Vor einer entscheidenden Wegmarke

          Früher als üblich wird Samsung schon in der kommenden Woche die neue Generation S21 seines neuen Spitzenmodells vorstellen. Manche Beobachter erklären das damit, dass das Unternehmen ähnlich wie chinesische Konkurrenten in die Lücke in Märkten außerhalb Chinas vorstoßen will, die Huawei unter dem Druck der amerikanischen Sanktionen öffnet. Samsung selbst wird Details über das Quartalergebnis erst Ende Januar vorlegen.

          Samsung steht vor einer entscheidenden Wegmarke. Noch in diesem Monat wird ein Gericht in Seoul in dem wieder aufgerollten Korruptionsverfahren gegen den Vize-Vorsitzenden und faktischen Chef Samsungs, Lee Jae-yong, sein Urteil verkünden. Das Verfahren steht in Zusammenhang mit der Amtsenthebung der früheren Präsidentin Park Geun-hye. Lee wird Bestechung vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Strafe von neun Jahren. Lee streitet die Vorwürfe ab. Neben diesem Verfahren ist der 52 Jahre alte Lee zusammen mit anderen Managern von Samsung-Unternehmen in Südkorea auch der Börsenkursmanipulation, der Veruntreuung und des Bilanzbetrugs angeklagt.

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