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Diskussion um Google : Hilfreich, wenn es darauf ankommt

  • -Aktualisiert am

Philipp Justus verantwortet das Google-Geschäft in Zentraleuropa und den deutschsprachigen Ländern. Bild: dpa

Die Ökonomen Paul Heidhues und Monika Schnitzer haben in einem Digitec-Beitrag Googles Macht in der Suche beklagt. Nun entgegnet der Google-Deutschland-Chef.

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          Jeden Tag nutzen Menschen in Deutschland Google, weil es für sie hilfreich ist, wenn es darauf ankommt. Sie nutzen die Google-Suche, um relevante und vertrauenswürdige Ergebnisse erhalten, zu den Öffnungszeiten von Geschäften in München, zum Weg zu ihrem Impfzentrum in Hamburg und zu Millionen von anderen kleinen und großen Fragen. Jeden Tag nutzen Menschen in Deutschland natürlich auch andere Apps und Websites, um Informationen zu finden, Flüge zu buchen und Produkte zu vergleichen. Die Auswahl an Informationsquellen und Diensten ist glücklicherweise unbegrenzt.

          Menschen nutzen Google, weil es hilfreich ist, nicht weil sie dazu gezwungen werden oder weil sie keine Alternativen finden könnten. Damit unsere Produkte relevant bleiben und gut funktionieren, sind Investitionen, Kreativität und unermüdliche Innovation erforderlich. Seit Beginn der Pandemie haben wir mehr als 200 neue Funktionen eingeführt, die unseren Nutzerinnen und Nutzern helfen, noch besser von zu Hause aus zu arbeiten, digital zur Schule zu gehen, mit Familie und Freunden in Verbindung zu bleiben und relevante Gesundheitsinformationen zu finden. Dazu zählen etwa kostenlose Videokonferenzen mit Google Meet, oder Kartendetails zu Covid-19-Fallzahlen in Google Maps oder Funktionen für den digitalen Schulunterricht in Google Classroom.

          Es stimmt also, dass die Produkte von Google jetzt anders aussehen als noch vor einem Jahr oder zu einer Zeit, als es lediglich „zehn blaue Links“ in der Google-Suche gab. Wir sind davon überzeugt, dass diese Entwicklung gut für die Nutzer ist und auch gut für Unternehmen in ganz Deutschland, die auf unsere Produkte setzen.

          Innovationen in der Suche sind gleichzeitig häufig umstritten – gerade Unternehmen möchten mit ihren Angeboten möglichst immer ganz oben erscheinen. Natürlich können nicht alle Suchergebnisse gleichzeitig und gleichermaßen prominent dargestellt werden. Daher liegt unser Fokus darauf, Nutzern die relevantesten Ergebnisse zu liefern. Wenn sie nach einem bestimmten Unternehmen suchen, zum Beispiel nach einem Restaurant oder einem Geschäft, stellen wir direkt die Verbindung her. Davon profitieren sowohl die Verbraucherinnen und Verbraucher als auch die vielen Unternehmen, die in unseren Ergebnissen erscheinen. Und es hilft insbesondere kleineren Unternehmen, Aufmerksamkeit und Kunden zu gewinnen.

          Es ist wichtig und sinnvoll, eine Debatte über diese Fragen zu führen. Politiker, Akademiker, Regulierungsbehörden und die breitere Öffentlichkeit haben zum Teil starke Ansichten darüber, was relevant sein sollte, und das begrüßen wir. Auch wir haben unsere Ansichten zu Regulierungen wie dem europäischen Gesetz für digitale Märkte (DMA) oder dem deutschen Wettbewerbsrecht (GWB) und wie sie sich auf unsere Nutzer auswirken werden, in die Diskussion eingebracht. Beim DMA haben wir die Gesetzgeber ermutigt, den Text zu verbessern, damit er zu mehr Innovation, mehr Offenheit und mehr Auswahl für die europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher führt.

          Wenn wir uns an der Debatte beteiligen, bemühen wir uns, dies auf der Grundlage von Fakten zur Unterstützung unserer Argumente zu tun. In diesem Sinne bedürfen einige Ausführungen in dem kürzlich erschienenen Gastbeitrag „So dominant ist Google in der Suche“ einer genaueren Betrachtung.

          Wir möchten Daten und Fakten in die Debatte einbringen, die manche Bedenken der Autoren in ein anderes Licht setzen. Insbesondere möchten wir der Ansicht entgegentreten, dass wir Suchergebnisse zu unserem eigenen finanziellen Vorteil künstlich „manipulieren“, dass Innovationen in der Google-Suche die Qualität unserer Suchergebnisse senken würden und dass wir die Preise für digitale Werbung in die Höhe getrieben hätten. Diese Behauptungen entbehren jeder Grundlage – und sind in keiner Weise durch Daten belegt.

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