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Spielemesse im Netz : Das erwartet Fans auf der digitalen Gamescom

Der Veranstaltungsort „Internet“ macht kreativ: Bild aus der digitalen „Indie Arena Booth“. Bild: Gamescom

Am Wochenende erwartet Gamer eine Premiere: Zum ersten Mal findet die weltgrößte Spielemesse nur im Internet statt. An Themen und Neuerscheinungen mangelt es trotzdem nicht.

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          Kein Drängeln durch die Hallen, kein stundenlanges Schlangestehen an den Ständen der beliebtesten Spiele – wie wird die Gamescom in diesem Jahr werden? Die größte Spielemesse der Welt, zu der im vergangenen Jahr 370.000 Besucher nach Köln strömten, findet in diesem Jahr coronabedingt ausschließlich online statt. Doch die Branche gibt sich zuversichtlich: „Digital können wir“, sagt Felix Falk, Geschäftsführer des Videospiel-Branchenverbands Game, der die Messe mit ausrichtet.

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Von Donnerstag, 27., bis Sonntag, 30. August öffnet die Gamescom ihre digitalen Pforten. Ein Ticket zu lösen braucht diesmal niemand – alle Inhalte sind kostenlos. Den Auftakt bildet am Donnerstagabend ab 19.30 Uhr (Hauptprogramm ab 20 Uhr) die zweistündige Eröffnungsshow „Opening Night Live“, die in diesem Jahr aus Los Angeles gestreamt wird.

          Die Show wird über die Plattform „Gamescom Now“ abrufbar sein, die für die digitalen Messebesucher den zentralen Anlaufpunkt für alle Shows, Interviews und sonstigen Medieninhalte bilden soll. Die Plattform soll ab Donnerstag aufrufbar sein. Viele der Neuigkeiten und Ankündigungen zu aktuellen Spielen, die auf der Gamescom bekannt gegeben werden, dürften noch mehr als in den Vorjahren in der Eröffnungsshow vorkommen – wer in der Gamingszene auf dem Stand bleiben will, sollte also einschalten.

          Während auf der Gamescom im vergangenen Jahr Cloud-Gaming ein großes Thema war (wozu auch die Deutsche Telekom in dieser Woche einen eigenen Dienst gestartet hat), dürfte sich die Messe in diesem Jahr mehr auf die neue Generation der führenden Spielkonsolen konzentrieren. Die beiden Konkurrenten Microsoft und Sony haben mit der X-Box Series X und der Playstation 5 nach mehreren Jahren jeweils neue Modelle angekündigt, die beide zu Weihnachten in den Handel kommen sollen.

          Probespielen am heimischen Computer

          Die Messe wäre eine gute Gelegenheit für die Großkonzerne, etwa Preis und den konkreten Veröffentlichungstermin anzukündigen, sagt Markus Schwerdtel, Redakteur und Mitglied der Chefredaktion von „GamePro“ und „GameStar“. „Es kommt mir aber so vor, als würden die beiden momentan stillhalten und sich gegenseitig belauern.“

          Technisch würden die Geräte in Ausstattung und Leistung etwa gleichauf liegen, sagt Schwerdtel. Unter anderem mit ausgezeichneter Grafik sowie SSD-Laufwerk böten beide eine Ausstattung, die zumindest zu diesem Preis – angenommen, dieser liegt ungefähr auf dem Niveau der Vorgängergeneration – kein Computer biete.

          Während sich Sony und Microsoft bei ihren Konsolen traditionell ein Wettrennen um die stärkste Technik bieten, geht Nintendo schon seit Jahren andere Wege und setzt mit seiner Konsole auf Unterhaltung und Spielspaß. Die Switch sei schon 2017 zum Marktstart technisch eigentlich „angestaubt“ gewesen, sagt Schwerdtel. Dennoch sei Nintendo zur Zeit der „große Gewinner“. Und zum Start der Corona-Krise habe das Unternehmen mit „Animal Crossing“ das Spiel zur Krise veröffentlicht und „Geld wie Heu“ gemacht.

          Das beliebte Probespielen von Neuerscheinungen, für die meisten normalen Messebesucher der Hauptgrund, sich in normalen Jahren durch die überfüllten Messehallen zu quälen, soll in diesem Jahr online auf der Plattform Steam stattfinden. Während der Messetage soll Steam als offizieller Partner der Gamescom in einem speziellen Bereich eine Reihe von Messedemos zum Download anbieten, die man dann bequem am heimischen Computer testen können soll – ganz ohne jemanden, der hinter einem in der Schlange drängelt.

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