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Totale Kontrolle in Singapur : Ein Selfie pro Tag an die Behörden

Singapur ergreift außergewöhnliche Maßnahmen gegen die Krise. Bild: AFP

Ich sitze in Singapur, der Smart-City. Und da bleibe ich auch. Denn weg darf ich nicht mehr. Die High-Tech-Beamten des Stadtstaates haben ein Auge auf mich.

          4 Min.

          Noch habe ich meinen Führungsoffizier nicht getroffen. Aber es muss ihn geben, irgendwo da draußen in der Weite des Internets. Er – oder sie – passt auf mich auf. An normalen Tagen beobachten mich Hunderte Kameras beim Gang durch Singapur, und allein schon das Abrechnungssystem im Auto für die Straßengebühr verrät dem Staat, wohin ich fahre und wo ich parke.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Nun aber sind die normalen Tage vorbei. Nun herrscht Corona. Und jetzt stehe ich wirklich unter Beobachtung.

          Vergangenen Samstag hatte ich den fast letzten Flieger von „down-under“ zurück in die südostasiatische Metropole Singapur genommen. Ich überquerte die Grenze am Flughafen Changi 20 Stunden nachdem die Regierung die Quarantäne-Richtlinien verschärft hatte. An der Grenze wurde deshalb nicht nur mein Pass elektronisch gelesen. Ich musste Beamten auch meine Email-Adresse, Telefonnummern und Anschrift geben. Dafür gaben sie mir eine SHN. Das war ein kopiertes Din-A-4-Blatt mit englischem und chinesischem Text, das es in sich hat. Denn die „Stay at Home Notice“ zwingt mich zu 14 Tagen Selbstquarantäne. Daheim.

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