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F.A.Z. exklusiv : Wichtige Genehmigungen für Siltronic-Verkauf fehlen noch

  • -Aktualisiert am

Wafer-Fertigung in Dresden Bild: dpa

Der Halbleiterzulieferer Siltronic soll an das taiwanesische Unternehmen Globalwafers gehen. Doch nach wie vor ist die Übernahme nicht genehmigt. Der Chef von Großaktionär Wacker Chemie ist dennoch zuversichtlich.

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          Für den milliardenschweren Verkauf des Münchner Halbleiterzulieferers Siltronic an den taiwanesischen Konkurrenten Globalwafers stehen noch wichtige Freigaben aus Deutschland und China aus. „Die Übernahme hängt noch von den behördlichen Genehmigungen nach deutschem Außenwirtschaftsgesetz und chinesischem Wettbewerbsrecht ab, alle anderen Genehmigungen liegen vor“, sagte Christian Hartel, Vorstandschef von Wacker Chemie, im Gespräch mit der F.A.Z.

          Ilka Kopplin
          Wirtschaftskorrespondentin in München.

          Der Münchner Chemiekonzern hatte Siltronic im Jahr 2015 an die Börse gebracht und hält derzeit noch 30,8 Prozent an dem Hersteller von Siliziumscheiben (Wafern), auf denen Chips gefertigt werden. Die Frist für die behördlichen Freigaben läuft Ende Januar 2022 ab. Sollten sie nicht rechtzeitig vorliegen, dann wäre die Transaktion, die Siltronic mit 4,35 Milliarden Euro bewertet, gescheitert.

          Wacker-Chef Hartel zeigt sich trotz des nahenden Fristendes noch optimistisch. „Ich bin nach wie vor zuversichtlich, dass die Übernahme von Siltronic durch Globalwafers klappt. Es ist ein guter Deal für alle Beteiligten“, sagte er. Wacker stünden aus dem Verkauf des Anteils rund 1,2 Milliarden Euro zu, die in organisches Wachstum, aber auch Akquisitionen investiert werden sollen. Sollte der Verkauf jedoch nicht zustande kommen, würde es an der Strategie von Wacker nichts ändern. „Mittelfristig würden wir unsere Anteile weder behalten noch weiter aufstocken, sondern nach alternativen Modellen für eine Veräußerung schauen.“

          „Wie weit die Verhandlungen gediehen sind, wissen wir nicht“

          Das Bundeskartellamt hatte die Transaktion schon Anfang des Jahres genehmigt. Zwischenzeitlich seien die restlichen Genehmigungen eingegangen, auch aus Amerika und Japan. Nun stünden nur noch China und Deutschland aus. „Wie weit die Verhandlungen gediehen sind, wissen wir nicht. Es wird verhandelt, das ist ein positives Signal. Aber natürlich muss irgendwann eine Entscheidung getroffen werden. Und ich hoffe, dass sie möglichst bald fällt“, sagte er.

          Doch in den vergangenen Wochen war der Ton zwischen der chinesischen und taiwanesischen Regierung wieder schärfer geworden. Peking sieht Taiwan als Teil der Volksrepublik und droht damit, die Inselrepublik anzugreifen. Das wäre auch aus rein wirtschaftlicher Sicht dramatisch, da Taiwan die globale Chip-Hochburg ist: Die größten Auftragsfertiger TSMC und UMC sind dort beheimatet, Globalwafers ebenso wie weitere Zulieferer. Ob die Freigaben für die Übernahme also aufgrund geopolitischer Spannungen stockt? „Die deutsche Politik sieht Taiwan doch als souveränen Partner. Dann kann sie China und Taiwan in diesem Verfahren nicht in einen Topf werfen. Das wäre inkonsequent“, findet Hartel darauf deutliche Worte.

          Ein Siltronic-Sprecher bestätigte auf Anfrage der F.A.Z., dass nur noch die Freigaben aus dem deutschen Bundeswirtschaftsministerium und der chinesischen Wettbewerbsbehörde (SAMR) fehlten und diese bis Ende Januar 2022 eingehen müssten. Wie weit die Verhandlungen gediehen sind, dazu wollte der Sprecher sich nicht äußern. Auch zu Spekulationen zu möglichen geopolitischen Hintergründen für die ausstehenden Genehmigungen wollte er keinen Kommentar abgeben.

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